Plastik von der Hühnerfarm

Erdöl ist der wichtigste Rohstoff für die Kunststoffindustrie. Doch auch aus biologischen Substanzen lassen sich hochwertige Plastikteile herstellen.

Blacksburg (USA) - Federn und Eier können als vielseitige Rohstoffquelle dienen, berichten nun Materialforscher auf der Jahrestagung der American Chemical Society in Chicago. Die daraus gewonnenen Kunststoffe sind zudem nicht sehr langlebig und biologisch abbaubar.

"Die Herausforderung ist, einen biologisch abbaubaren Kunststoff zu entwickeln, der mindestens so gut ist wie einer aus Rohöl", sagt Justin Barone vom Virginia Tech Institute in Blacksburg. Gerade Hühnerfedern, die in großen Mengen auf den Geflügelfarmen als Abfall anfallen, eignen sich laut Barone für feste und zuverlässige Kunststoffe. Durch das in den Federn enthaltene Keratin verleiht den Produkten eine große Stabilität. Eier, die bei einer Qualitätskontrolle durchgefallen sind, liefern weitere wertvolle Plastikrohstoffe.

Die Eigenschaften dieser biologisch abbaubaren Kunststoffe lassen sich gezielt über das Verhältnis der eingesetzten Rohstoffe und die Zugabe von Metallionen verändern. Barone sieht daher in den Abfallstoffen aus Hühnerfarmen eine gute Alternative zu anderen biologischen Rohstoffe wie Weizen oder Sojabohnen. Obwohl Barones Forschungen von dem amerikanischen Geflügel- und Eier-Verband finanziert wurden, lohnt sich ein genauerer Blick auf diese bisher kaum genutzten Rohstoffe. Sie können heute den Ausgangsstoff Rohöl zwar nicht komplett ersetzen, aber genug Material für biologisch abbaubare Nischenprodukte liefern.