Gigantischer Magmaschlot formt afrikanische Gebirge

Seit 30 Millionen Jahren hebt sich die Landschaft zwischen Rotem Meer und Kilimandscharo

Gipfel des Kilimandscharo
Gipfel des Kilimandscharo

Montréal (Kanada) - Mehr als 4000 Meter hoch erhebt sich das Hochland im Osten Afrikas. Verantwortlich dafür ist ein gigantischer Magmaschlot, durch den seit 30 Millionen Jahren flüssiges Gestein aus dem Erdmantel aufsteigt. Die Aktivität dieses sogenannten Superplumes rekonstruierten nun kanadische Geophysiker in Computermodellen. Gestützt von Messungen der Gesteinsdichte zwischen der Arabischen Halbinsel und dem Süden Tansanias gibt ihre Studie - veröffentlicht in der Fachzeitschrift "Nature Geoscience" - einen neuen Einblick in die geologische Geschichte von Afrika.

Die Entdeckungen hätten wichtige Implikationen über den Vulkanismus in Afrika, die Erosion, den Sedimenttransport und die Abflussmuster der Flüsse, so berichten Robert Moucha und Alessandro M. Forte von der Université du Québec in Montréal. Ihre geologische Simulation zeigt, dass noch vor der Entstehung des Roten Meeres der Superplume unter dem Westen der Arabischen Halbinsel lag. Durch diesen Schlot, der einige tausend Kilometer bis zur Kern-Mantel-Grenze reicht, gelangten gigantische Magmamengen nach oben. Über diesen bewegte sich der afrikanische Kontinent auf seiner langsamen Wanderung nach Norden hinweg. So konnte der Superplume über 30 Millionen Jahre den Boden bis in die Region des heutigen Tansanias um bis zu tausend Meter anheben. Gekoppelt mit anderen geologischen Prozessen entstand dadurch die mächtige Gebirgsstruktur im Osten Afrikas.

Auch der höchste Berg Afrikas, der Kilimandscharo, befindet sich im Einflussgebiet des Superplumes. Geologen schätzen das Alter des 5895 Meter hohen Vulkans auf etwa zwei bis drei Millionen Jahre. Der letzte größere Ausbruch in dieser Region ereignete sich um das Jahr 1700. Doch obwohl der riesige Magmaschlot mittlerweile weiter südlich liegt, gilt die Region immer noch als vulkanisch aktiv.