Wo wachsen die höchsten Bäume?

Auf der Basis von Satellitendaten zeichnen Forscher die erste globale Waldkarte mit Baumhöhen

Globale Waldverteilung
Globale Waldverteilung

Fort Collins (USA) - Entlang der Pazifikküste im Nordwesten der USA gedeihen die Wälder mit den höchsten Bäumen. Über 40 Meter hoch wachsen hier Douglasien und immergrüne Mammutbäume. Solche Baumgiganten finden sich auf kleineren Flächen sonst nur noch in Wäldern Südostasiens. Zu diesem Ergebnis kommt der amerikanische Wissenschaftler Michael Lefsky von der Colorado State University, der auf der Basis von Satellitendaten die allererste Weltkarte der Baumhöhen gezeichnet hat. Wie er in der Fachzeitschrift "Geophysical Research Letters" berichtet, können mit dieser globalen Waldkarte das Speicherpotenzial der Wälder für das Treibhausgas Kohlendioxid besser abgeschätzt und Klimamodelle verbessert werden.

"Vor allem wollen wir die Biomasse auf allen Landflächen bestimmen und diese Höhenkarte hilft uns dabei", sagt Richard Houghton vom Woods Hole Research Center in Falmouth. Für diese Baumhöhenkarte sammelte Lefsky die Daten von drei Nasa-Satelliten: ICESat, Terra und Aqua. Am wichtigsten waren dabei Lasermessungen mit einem LIDAR-System an Bord von ICESat. Die Laserpulse trafen dabei auf die Bäume auf und wurden in Abhängigkeit von ihrer Höhe reflektiert und vom Satelliten wieder aufgefangen.

Lefsky sammelte diese Reflexionsdaten von 250 Millionen Laserpulsen und konnte damit die Baumhöhe von etwa 2,4 Prozent der globalen Waldflächen bestimmen. Aus dem direkten Vergleich dieser Daten mit den großflächigen Aufnahmen der Satelliten Aqua und Terra konnte er auf die Baumhöhen aller Wälder zurückschließen. "Diese Karte ist bisher der erste Entwurf und sie wird in Zukunft mit Sicherheit verfeinert", sagt Lefsky.

Eichen, Buchen und Birken in europäischen und amerikanischen Laubwäldern erreichen im Durchschnitt Baumhöhen von etwa 25 Metern. Etwa genauso hoch wachsen die Bäume in tropischen Regenwäldern. In wirtschaftlich genutzten Schonungen dagegen erreichen Fichten, Tannen und Kiefern nur selten Höhen von über 20 Metern. Mit all diesen Daten können nun die CO2-Speicherpotenziale der Wälder besser abgeschätzt werden.