Riesiges Erdgaslager im Nildelta

Auf der Grundlage geologischer Daten schätzen Rohstoffsucher die Lagerstätten fossiler Energieträger im Mittelmeer neu ab

Erdgaslager im Nildelta
Erdgaslager im Nildelta

Reston (USA) - Im Nildelta vor Ägypten schlummert ein riesiges Erdgaslager. Über 6000 Milliarden Kubikmeter könnten davon mit der bereits heute verfügbaren Technik gefördert werden. Zu diesem Ergebnis kommen Geologen der US-amerikanischen Behörde für Geologie und Rohstoffe in Reston (USGS). Ihre neue Abschätzung, auf deren Grundlage sich Ägypten in die Liga der zehn Staaten mit den größten Erdgasreserven einreiht, basiert auf zahlreichen geologischen Studien der Region der vergangenen zehn Jahre. Zusätzlich schätzen die Wissenschaftler das Potenzial der noch nicht entdeckten Erdölfelder in der gleichen Region auf etwa 1,7 Millionen Barrel.

"Öl und Gas wurden im Mesozoikum und Känozoikum gebildet", erläutern die Forscher in ihrem aktuellen Bericht. So sind die Lagerstätten bis zu 250 Millionen Jahre alt und haben ihren Ursprung im luftdichten Abschluss von organischer Materie in den Meeressedimenten. Die Erdgaslaser konzentrieren sich in einem Bereich, der sich etwa 100 Kilometer weit von der Küstenlinie des Nildeltas in das Mittelmeer erstreckt. Die Geologen machten hier 126 Gas- und zwei Ölfelder aus.

Auf der Suche nach Öl und Gas beurteilen die US-Geologen das Potenzial von noch nicht entdeckten oder angezapften Lagerstätten weltweit. Erst vor wenigen Wochen bezifferten sie das Erdgasvorkommen vor der Küste Israels und des Gaza-Streifens auf über drei Milliarden Kubikmeter. Das weltweite Gesamtpotenzial an konventionellem Erdgas - das entspricht den Lagerstätten, die bereits heute ausgebeutet werden könnten - wird laut Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe in Hannover auf etwa 516.000 Milliarden Kubikmeter geschätzt. Über die Hälfte dieser Reserven konzentrieren sich in Russland, Iran und Katar.