Envisat beobachtet Ölteppich vor amerikanischer Küste

Der Erdbeobachtungssatellit Envisat zeigt Erdöl, das in den Golf von Mexiko sprudelt, nachdem am 22. April vor der Küste von Louisiana und Mississippi eine Bohrinsel explodierte und versank.

Radarbild des Ölteppichs
Radarbild des Ölteppichs

Mississippi Delta (USA) - Auf dem schwarz-weißen Radar-Bild kann man den Ölteppich als dunkelgrauen Strudel unten rechts erkennen. Das Mississippi Delta ist oben links zu sehen; das Nationale Delta Wildtier-Reservat (Delta National Wildlife Refuge) erstreckt sich bis hinaus in den Golf.

Envisat hat die Lage am 2. Mai mit Hilfe seines Advanced Synthetic Aperture Radar (ASAR) abgebildet. Auch das Medium Resolution Imaging Spectrometer (MERIS) liefert Aufnahmen, das Radar allerdings ist besser dafür geeignet, den Ölteppich zu verfolgen. Denn es arbeitet Tag und Nacht, kann im Gegensatz zu optischen Sensoren durch Wolken dringen kann und ist empfindlicher für die glatte Oberfläche, die der Ölfilm auf dem Wasser erzeugt.

Um das Fortschreiten der Reinigungsversuche beobachten zu können, hat die Geologische Bundesanstalt der USA im Namen der Küstenwache Satellitenbilder der Region bei der Internationalen Charta „Space and Major Disasters“ angefordert. Diese Charta ist eine internationale Kooperation, initiiert von der ESA und der französischen Raumfahrtagentur CNES, die satellitenbasierte Fernerkundung im Falle natürlicher und von Menschen geschaffener Katastrophen in den Dienst ziviler Hilfsorganisationen stellt.