Wie Blitze ihren Weg nach oben finden

Blitzforscher finden Erklärung für Kobolde, Elfen und Blue Jets.

Socorro (USA) - Spannungen von mehreren 10 Millionen Volt entladen sich bei Blitzen zwischen Gewitterwolke und Erdoberfläche. Nicht nur gen Erde, auch zwischen den Wolken und in die Höhen der Atmosphäre können diese Lichtphänomene auftreten. Diese Blitze namens Kobolde, Elfen und Blue Jets gaben den Forschern bisher noch viele Rätsel auf. Doch amerikanische Blitzforscher fanden nun eine Erklärung für die Entstehung dieser blau und rot leuchtenden Entladungen und berichten darüber in der Fachzeitschrift "Nature Geoscience".

"Mit Beobachtungen und Modellierungen fanden wir zwei prinzipielle Wege, wie diese nach oben gerichteten Blitze entstehen könnten", schreiben Paul Krehbiel von der Langmuir Laboratory in Socorro und seine Kollegen von der Pennsylvania State University. Spätestens fünf bis zehn Sekunden nach einem normalen Blitz zwischen Wolke und Erdboden entsteht ein Ungleichgewicht der elektrischen Ladungen in den Wolken. Dieses führt zu den so genannten Blue Jets, die sich in Höhen zwischen 70 und 90 Kilometern oberhalb der Gewitterwolken entladen. Noch größere Blitze, die gigantischen Jets, finden ihren Ursprung dagegen in der Mitte der Gewitterwolken. Je nach Stärke können diese Phänomene zuerst gen Himmel und sich danach sogar in einen Bogen gen Erdboden ausbreiten.

Entdeckt wurden diese Höhenblitze erst vor wenigen Jahrzehnten von Flugzeugpiloten. Lange standen Forscher diesen Beobachtungen skeptisch gegenüber. Mit regelmäßigen Satelliten-Aufnahmen und den neuen, schlüssigen Computersimulationen verlieren diese Phänomene allmählich ihren mythischen Charakter und können wissenschaftlich erklärt werden. Es bleiben lediglich ihre Namen aus der Fabelwelt.