Schnelle Warnung vor Vulkanausbrüchen

Geräusche könnten Eruptionen rechtzeitig ankündigen

München - Trotz langjähriger Forschung lässt sich ein Vulkanausbruch noch immer nicht zuverlässig vorhersagen. Viele Anzeichen, vom ausströmenden Gas über schwache Mikrobeben bis zum minimalen Anschwellen der Vulkanoberfläche, wurden bereits auf ihre Eignung als Warnsignal überprüft - ohne durchschlagenden Erfolg. Nun vermuten deutsche und britische Geophysiker, dass mit einem geologischen Lauschangriff rechtzeitig die Eruption eines Vulkans vorhergesagt werden könnte. Über diese Idee berichten sie in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift "Nature".

"Gäbe es ein Frühwarnsystem für Vulkanausbrüche, bliebe uns vieles erspart", sagt Donald B. Dingwell, Professor für Geo- und Umweltwissenschaften an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Diesem Ziel rückt er nun zusammen mit seinen Kollegen mit einem Laborexperiment näher. Bruchprozesse in den heißen Gesteinsschmelzen, dem Magma, sollen den Schlüssel zu einem zuverlässigen Frühwarnsystem liefern. Dieses Brechen entspricht dabei einem plötzlichen Übergang in der Viskosität, also der Zähflüssigkeit, der Schmelze. Für einen bevorstehenden Vulkanausbruch ist dieser Wechsel in einer solchen heißen Schmelze vom Fließen zum Bruch entscheidend. "Und das kann man hören", sagt Yan Lavallée vom University College London, der an diesen Versuchen beteiligt ist.

Diese Bruchprozesse kündigen sich im Laborexperiment durch drei messbare Anzeichen an. Die Temperatur des knapp 1000 Grad heißen künstlichen Magmas steigt an, es treten Scherkräfte auf und akustische Signale werden ausgesandt. In der Natur könnten gerade diese Geräusche mit hochempfindlichen Mikrofonen aufgezeichnet werden. Nach einer erfolgreichen Messung im Labor hoffen die Forscher, dass ihre Methode nun auch an echten Vulkanen überprüft werden kann.