Bundesweites Netz regionaler Klimabüros

Nach dem erfolgreichen Start des Norddeutschen Klimabüros am GKSS-Forschungszentrum Geesthacht baut die Helmholtz-Gemeinschaft nun ein deutschlandweites Netz regionaler Klimabüros auf. Landwirte, Küstenbauingenieure, Stadtplaner, sowie Entscheidungsträger aus Politik und Unternehmen können sich dort Informionen aus erster Hand beschaffen.

Berlin - Die Nachfrage nach Beratung und Informationen zum Klimawandel in der eigenen Region ist in den letzten Jahren stetig gewachsen. "Weil wir in mehreren Helmholtz-Zentren zum Klimawandel, zur Landnutzung, zum Wassermanagement und verwandten Themen forschen, sehen wir es auch als unsere Aufgabe an, dieses Wissen zur Verfügung zu stellen, um Menschen bei der Planung ihrer Zukunft zu unterstützen", sagt Prof. Dr. Jürgen Mlynek, Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft.

Nach dem Norddeutschen Klimabüro am GKSS-Forschungszentrum Geesthacht nimmt nun auch das Süddeutsche Klimabüro am Forschungszentrum Karlsruhe seine Arbeit auf. Und bald soll auch am Alfred-Wegener Institut ein Klimabüro für Polargebiete und Meeresspiegelanstieg eingerichtet werden. Außerdem bereitet das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung die Einrichtung eines Mitteldeutschen Klimabüros in Abstimmung mit den Umweltbehörden und Ministerien in Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt vor.

Die regionalen Klimabüros bündeln und vermitteln Forschungsergebnisse, die für klimaempfindliche Bereiche der jeweiligen Region besonders relevant sind. So liegen die Schwerpunkte des Norddeutschen Klimabüros bei Themen wie Stürmen, Sturmfluten und Seegang sowie Energie- und Wasserkreisläufen in Küstengebieten. Das Süddeutsche Klimabüro bietet Expertisen zu kleinräumigen Extremereignissen wie Starkniederschlägen und Hochwasser an. Das Klimabüro für Polargebiete und Meeresspiegelanstieg deckt Fragestellungen zum Klimawandel in den Polargebieten ab, mit besonderem Augenmerk auf den Meeresspiegelanstieg. Das Mitteldeutsche Klimabüro wird sich auf die Klimafolgen für die Landnutzung und die Möglichkeiten zur Anpassung konzentrieren.

Im Gegenzug wird auch der Informationsbedarf in der Praxis erfasst. So können die Forschungsschwerpunkte in den Instituten stärker am Bedarf orientiert werden. Die regionalen Klimabüros der Helmholtz-Gemeinschaft arbeiten eng zusammen und haben auch die örtlichen Universitäten eingebunden.

Somit steht demnächst ein bundesweites Netz an regionalen Klimabüros für die Beratung zur Verfügung. Sie können sich bei Anfragen aus den Regionen auf ein breites Spektrum regionaler Klimainformationen aus den Helmholtz-Zentren stützen und durch ihre Kooperation deutschlandweit agieren. Dies kann durch keine andere Forschungseinrichtung oder Länder- bzw. Bundesbehörde erfolgen. Kooperationen mit diesen werden jedoch entwickelt und ausgebaut.