Vor 500 Millionen Jahren stieg der Sauerstoffanteil in der Atmosphäre rasch an

Fossilien zeigen, dass der Sauerstoffanteil in der Atmosphäre gegen Ende des so genannten Kambriums relativ schnell zunahm. Die Ursache dafür könnte in großen geologischen Umbrüchen liegen.

Denver (USA) - Das berichten Forscher auf dem Jahrestreffen der Geologischen Gesellschaft in Amerika in Denver.

Vor etwa 500 Millionen Jahren bedeckten zwei öde Kontinente ohne nennenswertes Leben die Erdoberfläche: Laurasia rund um den Äquator und Gondwana weiter im Süden. "Wenn wir in der Zeit zurückreisen könnten, würden wir uns im späten Kambrium das erste Mal wie zuhause fühlen", sagt Matthew R. Saltzman, Geologe an der Ohio State University. Zusammen mit seinen Kollegen untersuchte er Gesteinsproben aus jener Erdepoche unter anderem auf ihre Anteile an Kohlenstoff und Sauerstoff. Diese Proben stammten sowohl aus dem heutigen Amerika als auch aus Australien. Die deutlichen Parallelen zeigten, dass es sich damals um einen globalen Klimawandel handelte.

Davor wäre es mit einem Kohlendioxidanteil, der 20 Mal höher war als heute, schlicht zu heiß und lebensfeindlich gewesen. Doch nach den großen geologischen Aktivitäten habe sich die Witterung auf der Erdoberfläche deutlich ändern können. Der Kohlendioxidanteil in der Atmosphäre sank und es kam zu einer Abkühlung der Ozeane. Plankton konnte darauf hervorragend gedeihen, über die Photosynthese Kohlendioxid aufnehmen und gigantische Mengen an Sauerstoff freisetzen. Binnen zwei Millionen Jahren -- geologisch ein relativ kurzer Zeitraum -- veränderte sich die Atmosphäre der Erde grundlegend.

Mit ausreichend Sauerstoff konnte sich nun auch Leben an Land entwickeln. Zudem wurde auch unter Wasser das Leben komplexer: Fischschwärme und erste Korallenriffe entstanden. Auch wenn durch spätere drastische Klimaveränderungen die meisten Arten des späten Kambriums wieder ausstarben, liegt hier der Ursprung für das heutige Leben auf unserem Planeten.