2006: Deutschlands wärmster Herbst

Der November 2006 stellt einen neuen Wärmerekord auf.

Potsdam - Langsam bewegen sich die Temperaturen gen Gefrierpunkt und der Winter hält Einzug. Doch das Quecksilber sinkt dieses Jahr ungewöhnlich spät. So verwundert es kaum, dass dieses Jahr nach dem wärmsten Juli seit Beginn der Wetteraufzeichnungen auch mit dem wärmsten Herbst in die Statistik eingehen wird. Zu diesem Ergebnis kommen Wissenschaftler vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK).

Der Herbst 2006 überrundet den bisherigen Spitzenreiter, den Herbst 1982, um bis zu einem Grad im Durchschnitt. Bezogen auf die langjährige Herbst-Mitteltemperatur ist der Herbst 2006 sogar 2,5 Grad wärmer. Als Ursache für das langanhaltende Warmwetter besonders im November sehen die Klimaforscher so genannte Süd- und Südwestwetterlagen, die Warmluft aus dem Mittelmeerraum nach Deutschland transportieren. Verstärkt durch den Föhn stiegen die Temperaturen am Nordrand der Alpen Ende November sogar über die 20 Grad-Marke. Den Rekord hält Oberstdorf mit 21,3 Grad am 25. November. Selbst im Norden Deutschlands betrugen die Temperaturen milde 12 bis 14 Grad. Und in Potsdam herrschten im Herbst mit durchschnittlich 12,3 Grad Temperaturen, wie sie eher für südliche Regionen beispielsweise auf der Krim am Schwarzen Meer oder in Istrien üblich sind.

Die PIK-Experten sehen darin eine Bestätigung des globalen Trend zu höheren Durchschnittstemperaturen. So nahmen besonders seit den 1980er Jahren die erwärmenden Süd- und Südwestwetterlagen zu. Diese Änderung bringen sie mit der globalen Erderwärmung in Verbindung. Überraschend war jedoch deren starke Ausprägung, die sich in diesem Herbst zeigte. "Dieser Herbst lieferte einen weiteren Mosaikstein für das sich immer deutlicher abzeichnende Bild des Klimawandels", berichtet das Institut in einer Pressemitteilung.