Neue Stöpsel-Kopfhörer schonen das Trommelfell

Mini-Ballon lenkt Schallwellen effizient und senkt Druckbelastung im Innenohr

Ballon-Ohrstöpsel
Ballon-Ohrstöpsel

London (Großbritannien) - Ein winziger Ballon anstelle der heute üblichen Silikon-Pfropfen soll die Klangqualität von Stöpsel-Kopfhörern deutlich verbessern. Angeschmiegt an die individuelle Form des äußeren Gehörgangs, könnte die flexible Hüllmembran Störgeräusche besser abschirmen und zugleich den Schalldruck auf das Trommelfell senken. In zahlreichen Hörversuchen konnten die US-amerikanischen Entwickler diese Vorteile ihrer ersten Prototypen zusammen mit Kollegen von der Stanford University belegen. Neben der besseren Klangqualität soll der Ballon-Ohrstöpsel auch irreparable Gehörschäden vermeiden helfen. Den bereits patentierten In-Ohr-Kopfhörer präsentierten die Erfinder auf dem 130. Treffen der Audio Engineering Society in London.

"Die flexible Membran vibriert mit dem oszillierenden Schalldruck im abgedichteten Hörkanal", erklärt Samuel Gido, einer der Entwickler des Unternehmens Asius Technologies in Longmont, Colorado. Dabei trifft der Schall aus dem Kopfhörer auf den Mini-Ballon und bläht ihn zuerst etwas auf. Danach wird er durch die Schallwellen über einen weiten Frequenzbereich in Schwingung versetzt. Wie ein zweites, künstliches Trommelfell überträgt der Mini-Ballon diese Schwingungen auf die Luft im Ohr. So gelangen die Schallwellen gebündelter als mit herkömmlichen Kopfhörern zum natürlichen Trommelfell.

Detaillierte Schalldruckmessungen und Computeranalysen zeigten, dass mit dem Ballon-Stöpsel eine hohe Klangqualität mit geringerem Schalldruck als bei herkömmlichen In-Ohr-Kopfhörern erreicht werden konnte. Zu laut geregelte Kopfhörer, beispielsweise von MP3-Spielern, hoffen die Entwickler mit ihrem System in Zukunft vermeiden zu können. Denn das Ohr reagiert bei Geräuschen ab 50 Dezibel mit einer schützenden Schalldämpfung, die den Hörer die Lautstärke immer weiter erhöhen lässt. Dies führt beim regelmäßigen Musikhören nicht selten zu irreparablen Hörschäden.