Besser hören mit Licht

Infrarotlaser sollen Chochlea-Implantate verbessern

Chicago (USA) - Mit Cochlea-Implantaten können selbst vorher Taube wieder Töne hören und sogar telefonieren. Ist dies schon ein enormer Gewinn an Lebensqualität, wollen amerikanische Forscher die Qualität dieser Implantate mit Lichtpulsen deutlich verbessern. Wie die amerikanische Ausgabe des Magazins "Technology Review" berichtet, könne mit Infrarot-Laserstrahlen der Hörnerv sehr viel exakter gereizt werden als mit elektrischen Pulsen und den heute verwendeten Elektroden.

Claus-Peter Richter vom Auditory Research Laboratory der Northwestern University in Chicago regte in Tierversuchen die Hörnerven mit bis zu 250 Laserpulsen pro Sekunde an. Zudem konnte das Laserlicht -- exakt fokussiert -- die Hörzellen sehr viel genauer reizen als die 16 bis 24 Elektroden eines handelsüblichen Cochlea-Implantats. Die Grundprinzipien dieser Hörgeräte für Taube sind dabei ähnlich: Ein Mikrofon nimmt ein Geräusch auf und wandelt es in elektrische Pulse um. Über Elektroden werden diesen Pulsen entsprechend die Hörzellen elektrisch gereizt. Nach genauer Abstimmung dieser Reize kann ein zuvor tauber Mensch wieder Geräusche und auch Sprache wahrnehmen. Entsprechend sendet der Laser Lichtpulse aus, wenn das Mikrofon Geräusche an die Elektronik weitergeleitet hat.

Warum die Wärmestrahlung der Laserpulse die Hörnerven anregen können, ist bisher ungeklärt. Weitere Versuche sollen diese Frage beantworten. Moderne Lasertechnik mit filigranen Laserdioden erlaubt es jedoch im Prinzip, auch ein solches optisches Hörgerät zu implantieren. Doch vor ersten klinischen Versuchen an Patienten muss diese Technik noch weiter entwickelt werden.