Fußball-Physik: Flacher Einwurf bringt den Ball weiter

Spitzenfußballer machen es intuitiv richtig, wenn ihnen auch die Lehrbücher anderes empfehlen. Für den Einwurf werfen sie den Fußball unter einem flachen Winkel.

Uxbridge (Großbritannien) - Zwei britische Forscher empfehlen jetzt einen relativ flachen Abwurfwinkel und einen Rückwärtsdrall, um den Ball am weitesten in die gegnerische Hälfte zu bringen. Nicht 45 Grad wie in den Büchern empfohlen, sondern nur 30 Grad sollten die Sportler demnach beim Werfen anpeilen.

Der Trick ist, den Ball schnell genug und im rechten Winkel abzuwerfen, erklären Nicholas Linthorne und David Everett von der britischen University of Brunel. Die Biomechaniker und Sportwissenschaftler hatten nach dem idealen Winkel der Wurfarme zur Horizontale gesucht, wenn der Fußballspieler den Ball beim beidarmigen Einwurf möglichst weit nach vorne bringen will. Linthorne und Everett analysierten zunächst Videoaufnahmen, auf denen Testpersonen Abwurfwinkel zwischen 10 und 60 Grad ausgeführt hatten.

Dann nutzten die Forscher biomechanische Software, um Wurfgeschwindigkeit und Winkel exakt zu erfassen. Kombiniert mit der Fluggleichung für kugelförmige Projektile ergab sich ein optimaler Abwurfwinkel von 30 Grad zur Horizontalen. In Lehrbüchern wird für einen solchen Wurf bislang ein 45-Grad-Winkel empfohlen, so die Forscher. Zudem empfehlen sie einen Rückwärtsdrall für den Ball, um ihn noch einige Meter weiter zu bringen. Die Details erscheinen in der kommenden Ausgabe des Fachblatts "Sports Biomechanics". Als nächstes Untersuchungsziel will Linthorne den optimalen Schusswinkel fürs Tore schießen untersuchen.