Der flüssige Kern des Mondes

Mondbeben vor über 30 Jahren offenbaren inneren Aufbau des Erdtrabantens

Der Mond
Der Mond

Tempe (USA) - Der Mond ist alles andere als ein starrer Gesteinsblock. Ähnlich wie bei der Erde befindet sich in seinem Innern ein harter Kern, der von flüssigen Schmelzen umhüllt wird. Einen genaueren Einblick in die innere Struktur des Mondes gewannen nun amerikanische Wissenschaftler, die seismische Daten aus den 1970er Jahren mit neuen Methoden ausgewertet hatten. Ihre Ergebnisse, die das geologische Bild vom Mond verbessern helfen, veröffentlichten sie in der Zeitschrift "Science".

Während der Mondlandungen zwischen 1969 und 1972 stellten die Astronauten vier empfindliche Seismometer auf die staubige Oberfläche, um die Schwingungen nach Mondbeben aufzeichnen zu können. Bis 1977 konnten so Daten, die einen Einblick in das Innere des Trabanten ermöglichten, gewonnen werden. "Nun haben wir die Seismogramme der Apollo-Mission nochmal analysiert", berichten Renee C. Weber vom Nasa Marshall Space Flight Center und seine Kollegen von der Arizona State University in Tempe. Die Forscher nutzten dazu moderne Computerprogramme, wie sie derzeit auch zur Analyse von Erdbeben genutzt werden.

Die registrierten seismischen Wellen der Beben drangen weit in das Innere des Mondes vor und wurden von den unterschiedlichen Schichten gestreut und reflektiert. Den festen Mondkern, der hohe Anteile an Eisen aufweist, konnten die Forscher so auf einen Durchmesser von 480 Kilometern bestimmen. Darum zirkuliert eine flüssige Schicht mit einer Dicke von etwa 90 Kilometern. Der Übergang zum Mantel wird dominiert von einer teilweise aufgeschmolzenen Schicht von 150 Kilometern Dicke.

Diese Studie belegt, dass der Mond geologisch nicht tot ist, wie Forscher lange angenommen hatten. Unterstützt wird diese Annahme auch von Gasausbrüchen, die vor etwa einer Million Jahre den Erdtrabanten erschüttert haben könnten. Als Ursache gelten Ausgasungen von Magmaresten im Mondinneren.