SOFIA sieht Orion

Das Infrarot-Teleskop SOFIA hat seinen wissenschaftlichen Betrieb aufgenommen

Sternentstehungsgebiete im Orion, Vergleich dreier Aufnahmen
Sternentstehungsgebiete im Orion, Vergleich dreier Aufnahmen

Palmdale (Kalifornien)/Stuttgart - Vom Erdboden aus ist das Sternentstehungsgebiet im Orionnebel kaum zu erkennen, da der Wasserdampf in der Atmosphäre den Blick für das Infrarotlicht trübt. Das Stratosphären-Observatorium für Infrarot-Astronomie SOFIA erlaubt nun einen unverhüllten Blick auf den Sternenhimmel. In der Nacht von 30. November auf 1. Dezember hat es seinen wissenschaftlichen Betrieb aufgenommen.

SOFIA ist ein mobiles Weltraum-Observatorium, welches vom Deutschen Zentrum für Luft-und Raumfahrt (DLR) und der Weltraumbehörde NASA betrieben wird. Das Spiegelteleskop mit seinen 2,5 Metern Durchmesser fliegt nun regelmäßig in einer umgebauten BOEING-747SP in die Stratosphäre. Das Trägerflugzeug kann bis zu 12 Kilometer Höhe erreichen. Mit an Bord für die erste Wisseschaftsmission war außerdem die hochempfindlichen Infrarotkamera FORCAST, die Daten im spektralen Bereich von 5 bis 40 Mikrometern erfasst. Nach seinem zehnstündigen Flug landete SOFIA wieder sicher an seiner Heimatstation, dem Dryden Aircraft Operations Facility in Palmdale, Kalifornien.

Wissenschaftlicher Leiter der Mission war Terry Herter, der von seinen Kollegen von der Cornell University in Ithaca begleitet wurde. Ziel der nächtlichen Beobachtungen waren die Stern-Entstehungsgebieten im Sternbild Orion. In elf Kilometern Höhe befinden sich 99 Prozent des Wasserdampfs unterhalb des Forschungsflugzeugs, so bietet sich dem Teleskop ein freier Blick auf den Nachthimmel. Ohne die störende Erdatmosphäre konnte Herter mit SOFIA Orion 35 Minuten lang beobachten.

"Diese ersten wissenschaftlichen Flüge dienen dazu, die Potentiale von SOFIA zu überprüfen und die Leistungsfähigkeit dieser weltweit einzigartigen fliegenden Sternwarte zu demonstrieren", erklärt Prof. Alfred Krabbe, Leiter des Deutschen SOFIA-Instituts der Universität Stuttgart. Neben der Mobilität und der großen Höhen, die SOFIA erreichen kann, liegen seine Vorzüge darin, dass es einen sehr weiten Bereich des elektromagnetischen Spektrums detektieren kann. Schon im Mai diesen Jahres hat SOFIA einen ersten Testflug hinter sich gebracht. Der Beginn der wissenschaftlichen Beobachtungen markiert nun den Übergang von Test der Plattform hin zu einem fliegenden Observatorium. Die Wissenschaftler sind mit den Ergebnissen des ersten Forschungsfluges sehr zufrieden. Die Einsatzdauer von SOFIA ist für 20 Jahre geplant. Ziel ist es, die Entwicklung von Milchstraßensystemen, sowie die Entstehung und Entwicklung von Sternen und Sonnensystemen aus interstellaren Molekül- und Staubwolken zu erforschen.