Uralte Magnetfelder: Gleich nach dem Urknall entstanden?

Astronomen finden Magnetfelder in jungen massereichen Sternen. Beweist dies die Existenz von magnetischen Feldern gleich nach dem Urknall?

Paris (Frankreich) - Gab es gleich nach dem Urknall schwache Magnetfelder im Kosmos? Solche Felder könnten einen enormen Einfluss auf die Entstehung der ersten Galaxien und Sterne gehabt haben, doch die Frage ist bislang unbeantwortet. Ein Team französischer und kanadischer Astronomen hat nun Magnetfelder in jungen massereichen Sternen nachgewiesen, die nicht von den Sternen selbst erzeugt worden sein können. Die Forscher sehen in ihren deshalb ein Indiz für die Existenz "fossiler" kosmischer Magnetfelder.

"Die Magnetfelder von Sternen mit kleinen Massen entstehen durch Dynamoprozesse in ihren Konvektionszonen", erläutern Evelyne Alecian vom Observatoire de Paris und ihre Kollegen. In den Konvektionszonen steigt heißes Gas aus dem Sterninneren auf und abgekühltes Gas sinkt nach unten. Sterne oberhalb der 1,5-fachen Masse unserer Sonne besitzen jedoch keine Konvektionszone. Trotzdem findet man bei einigen dieser Sterne starke Magnetfelder. Wo kommen diese Felder also her?

Um eine Antwort auf diese Frage zu finden, haben Alecian und ihre Kollegen sieben so genannte HAeBe-Sterne beobachtet. Dabei handelt es sich um junge, massereiche Sterne in einer frühen Entwicklungsphase. Die Wissenschaftler konnten nachweisen, dass die Sterne bereits in dieser frühen Phase schwache Magnetfelder besitzen. Die Sterne sind jedoch so jung, dass eine Entstehung der Magnetfelder durch einen Dynamoprozess ausgeschlossen werden kann.

Alecian und ihre Kollegen sehen in ihren Beobachtungen einen Beweis dafür, dass die Magnetfelder bereits in den Gaswolken vorhanden gewesen sein müssen, aus denen die Sterne entstanden sind. Im Fachblatt "New Scientist" betont Francesco Miniati von der ETH Zürich allerdings, dass dies noch nicht beweise, dass die Magnetfelder bereits nach dem Urknall vorhanden waren: "Dazu müsste es sich dabei um Sterne der ersten Generation handeln, doch das sind sie nicht."