Gamma-Feuerwerk mit Röntgen-Echo

Sternenleiche sendet Strahlungsblitze aus - die an Staubwolken in der Umgebung reflektiert werden

Röntgenechos
Röntgenechos

University Park (USA) - Der 30.000 Lichtjahre entfernte Neutronenstern SGR J1550-5418 sendet in rascher Folge Gammastrahlungsblitze aus. Das zeigen Beobachtungen mit dem Fermi Gamma-ray Space Telescope. Beobachtungen mit dem Röntgenteleskop an Bord des Satelliten Swift zeigen außerdem, dass der Neutronenstern von kreisförmigen Strahlungsechos umgeben ist. Offenbar reflektiert Staub in der Umgebung der Sternenleiche einen Teil der Strahlung der hochenergetischen Blitze.

"Zeitweise hat dieses bemerkenswerte Objekt mehr als einhundert Blitze in weniger als 20 Minuten ausgesendet", berichtet die Astrophysikerin Loredana Vetere von der Pennsylvania State University, die an den Beobachtungen beteiligt ist. "Beim stärksten Strahlungsausbruch hat der Neutronenstern mehr Energie freigesetzt, als unsere Sonne innerhalb von 20 Jahren abstrahlt."

Neutronensterne sind extrem kompakte Sternenleichen: Die Masse unserer Sonne konzentriert sich bei ihnen in einer Kugel von nur etwa 20 Kilometern Durchmesser. SGR J1550-5418 ist ein so genannter Magnetar, ein Neutronenstern mit einem extrem starken Magnetfeld. Mit einer Rotationsperiode von nur 2,07 Sekunden ist SGR J1550-5418 der am schnellsten rotierende Magnetar, den die Astronomen kennen. Die Forscher vermuten, dass die Gammastrahlungsausbrüche Energie aus dem Magnetfeld der Sternenleiche freisetzen. Die Wissenschaftler hoffen, mit den Fermi-Messungen neue Erkenntnisse über diesen Prozess zu gewinnen.

Röntgenbeobachtungen von SGR J1550-5418 während der hellsten Ausbrüche mit dem Satelliten Swift zeigen außerdem expandierende Ringe um den Röntgenstern. Offenbar ist der Neutronenstern von Gas- und Staubwolken umgeben, an denen ein Teil der Strahlung reflektiert wird. Die Expansion der Ringe ist also eine Illusion durch die endliche Ausbreitungsgeschwindigkeit der Strahlung.