Teleskop Hubble zeigt spektakuläre Bilder zusammenstoßender Galaxien

Kosmische Kollisionen spielen bedeutende Rolle in der Geschichte des Universums

kollidierende Galaxien
kollidierende Galaxien

Baltimore (USA)/Garching - Die kosmischen Zusammenstöße führen zur Entstehung neuer Sterne und sie "füttern" die gewaltigen Schwarzen Löcher im Herzen der Sternsysteme. Zum 18. Jahrestag des Starts des Weltraumteleskops Hubble haben die Raumfahrtbehörden NASA und ESA jetzt 59 spektakuläre neue Aufnahmen von kollidierenden Galaxien veröffentlicht.

Die Bilderserie illustriert die Vielfalt der Formen und Strukturen, die durch die Zusammenstöße entstehen. So bilden sich bei nahen Vorübergängen oftmals lange Schweife oder so genannte Gezeitenbrücken zwischen den Sternsystemen: Die Galaxien entreißen einander mit ihrer Schwerkraft gegenseitig Gas und Sterne. Kleinere Galaxien kann dieser Vorgang vollkommen zerreißen. Die Astronomen sprechen von "galaktischem Kannibalismus": Die großen Galaxien fressen quasi die kleineren auf. Auch in unserer Milchstraße finden sich zahlreiche Spuren derartiger "Mahlzeiten", Sternströme, die als Überreste ehemaliger Zwerggalaxien zurückgeblieben sind.

Stoßen zwei große Galaxien frontal aufeinander, so verschmelzen sie zu einem neuen, größeren System - aus Spiralgalaxien können so elliptische Galaxien werden. Zusammenstöße zwischen Sternen sind dabei allerdings unwahrscheinlich, da die Abstände zwischen den Sternen zu groß sind. Dagegen kommt es häufig zum Aufeinanderprallen großer Gaswolken. Ein solcher Zusammenprall führt dann zur explosionsartigen Entstehung neuer Sterne. In solchen hell strahlenden "Starburst"-Regionen bilden sich mehrere hundert neuer Sterne pro Jahr.

Auch unserer eigenen kosmischen Heimat steht ein derartiges Schicksal bevor: Die Milchstraße und ihre Nachbargalaxie Andromeda rasen mit einer Geschwindigkeit von 500.000 Kilometern pro Stunde aufeinander zu. Noch beträgt der Abstand zwischen den beiden Sternsystemen rund 2,5 Millionen Lichtjahre. Zum Zusammenstoß kommt es deshalb erst in zwei Milliarden Jahren. "Milkomeda" haben die Astronomen die dann entstehende elliptische Galaxie bereits getauft. Mit dem Weltraumteleskop Hubble können die Wissenschaftler am Beispiel ferner Galaxien schon heute erforschen, wie die Entstehung von Milkomeda ablaufen wird.