Eruptionen lassen Sonne schwingen

Forscher finden unerwartete Korrelation zwischen Eruptionen in der Sonnenatmosphäre und der 5-Minuten-Oszillation.

Soho
Soho

Aarhus (Dänemark) - Unsere Sonne schwingt ähnlich einer Glocke. Explosionen über der Oberfläche unseres Zentralgestirns verstärken diese Schwingungen. Das zeigt die Auswertung von Messungen der europäisch-amerikanischen Sonnensonde Soho durch ein dänisches Forscherteam. Die Entdeckung könnte auch zu einem neuen Verfahren zur Untersuchung von Sternen führen, schreiben die Forscher im Fachblatt "Astrophysical Journal Letters".

"Es ist, als ob ab hin und wieder jemand vorbei kommt und die Glocke anstößt", vergleicht Christoffer Karoff von der Universität Aarhus das von ihm und seinem Kollegen Hans Kjeldsen gefundene Signal in den Sonnenschwingungen. "Das zeigte uns, dass etwas Wichtiges in unserem Verständnis der Sonnenoszillationen fehlt."

Die Außenschichten der Sonne befinden sich in ständiger Bewegung: Heiße Materie steigt aus dem Inneren des Himmelskörpers auf, abgekühltes Gas sinkt wieder nach unten zurück. Diese turbulente Konvektion versetzt die Sonne in eine Vielzahl unterschiedlicher Schwingungen. Am stärksten ausgeprägt ist die so genannte Fünf-Minuten-Oszillation. Karoff und Kjeldsen stießen nun auf eine unerwartete Korrelation zwischen Eruptionen in der Sonnenatmosphäre und der 5-Minuten-Oszillation: je mehr Eruptionen, desto stärker die Oszillation.

"Der Korrelation ist so stark, dass es keinen Zweifel an einem Zusammenhang geben kann", so Karoff. Ein ähnliches Phänomen gibt es auch auf der Erde: Nach großen Erdbeben laufen mitunter wochenlang seismische Wellen durch das Erdinnere. Nun wollen die Forscher herausfinden, über welchen physikalischen Mechanismus die Eruptionen die Sonnenschwingungen anregen. Außerdem wollen sie nach ähnlichen Effekten bei anderen Sternen Ausschau halten.