Erdähnliche Planeten entstehen häufiger als gedacht

Um sonnenähnliche Sterne bilden sich häufiger als bislang vermutet felsige Planeten ähnlich unserer Erde. Zu diesem Schluss kommt jetzt ein internationales Forscherteam auf der Basis von Beobachtungen der Staubscheiben um junge Sterne in unserer Milchstraße.

Erdähnliche Planeten
Erdähnliche Planeten

Tucson (USA) - Mindestens 20, vielleicht sogar 60 Prozent der sonnenähnlichen Sterne könnten demnach terrestrische Planeten beherbergen, schreiben die Forscher im Fachblatt "Astrophysical Journal Letters".

Mithilfe des Infrarot-Weltraumteleskops Spitzer haben die Astronomen um Michael Meyer von der University of Arizona nach warmem Staub in der Umgebung von 309 jungen Sternen in der Milchstraße gesucht. Aus der Temperatur des Staubs konnten die Forscher dann ableiten, wie weit vom Stern entfernt sich der Staub jeweils befindet. Bei vielen der jüngsten Sterne fanden die Astronomen warmen Staub in einem Bereich, in dem vermutlich Planeten entstehen. Bei den etwas älteren Sternen -- älter als 300 Millionen Jahre -- dagegen ist dieser Staub zumeist verschwunden.

"Das ist vergleichbar mit der Zeitskala der Entstehung und der dynamischen Entwicklung unseres Sonnensystems", erläutert Meyer. Die Wissenschaftler sehen in der Abnahme des Staubs deshalb ein gewichtiges Indiz für die Bildung erdähnlicher, felsiger Planeten bei den Sternen.

Die genaue Interpretation der Daten hängt allerdings davon ab, wie die Entwicklung der Staubscheiben von ihrer jeweiligen Gesamtmasse abhängt. Entstehen die Planeten in allen Staubscheiben etwa gleich schnell, so kommen die Forscher auf terrestrische Planeten bei etwa 20 Prozent der sonnenähnlichen Sterne. Wenn jedoch Planeten in massereichen Scheiben schneller entstehen als in massearmen Scheiben, könnten sich sogar bei bis zu 60 Prozent der sonnenähnlichen Sterne felsige Planeten bilden. "Vermutlich liegt die korrekte Antwort irgendwo dazwischen", meint Meyer.