Astronomen wiegen kühlste Braune Zwerge

Wie schwer ist ein Brauner Zwerg? Amerikanischen Astronomen ist es jetzt gelungen, die Masse der kühlsten dieser Zwergsterne zu messen.

Brauner Zwerg
Brauner Zwerg

St. Louis (USA) - Das Doppelsystem mit der Katalognummer 2MASS 1534-2952 bringt gemeinsam gerade einmal sechs Prozent der Sonnenmasse auf die Waage, wobei auf jeden der beiden Zwerge etwa die Hälfte entfällt. Eine kleine Überraschung hielt die Messung ebenfalls bereit: Die Temperaturdaten wichen leicht von den Vorhersagen ab. Die Forscher präsentierten ihre Ergebnisse auf der Jahrestagung der American Astronomical Society in St. Louis.

Braune Zwerge sind "verhinderte Sterne", deren Masse nicht ausreicht, um dauerhaft für eine Energieerzeugung durch Kernfusion in ihrem Inneren zu sorgen. Die Temperatur von 2MASS 1534-2952 beträgt lediglich 430 Grad Celsius. Zum Vergleich: Die Oberflächentemperatur der Sonne liegt bei 6000 Grad Celsius. Zur Überraschung der Forscher stimmen allerdings Masse und Temperatur von 2MASS 1534-2952 nicht mit den theoretischen Modellen überein. Diese sagen für die gemessene Masse eine etwas höhere Temperatur voraus.

"Zwar gibt es eine allgemeine Übereinstimmung zwischen unseren Daten und den Vorhersagen, doch die theoretischen Modelle scheinen nicht in allen Einzelheiten korrekt zu sein", sagt Michael Liu von der University of Hawaii, der die Ergebnisse auf der Tagung präsentierte. "Wir wollen in den kommenden Jahren die Massen von vielen weiteren Braunen Zwergen messen, um dieses Problem zu lösen."

Liu und seine Kollegen hatten den doppelten Braunen Zwerg sowohl mit dem zehn Meter großen Keck-Teleskop auf Hawaii als auch mit dem Weltraumteleskop Hubble beobachtet. Die Bestimmung der Masse war nur möglich, weil es sich um ein Doppelsystem handelt: Hier erlauben es die "Keplerschen Gesetze", aus der Umlaufbewegung die Masse zu berechnen. Die beiden Braunen Zwerge umkreisen einander etwa im doppelten Abstand Erde-Sonne.