Astronomen fotografieren erstmals Exoplaneten um sonnenähnlichen Stern

Erstes Bild eines Planeten bei einem Stern, der der Sonne ähnlich ist - der Himmelskörper hat die achtfache Masse des Jupiter

Stern mit Planet
Stern mit Planet

Toronto (Kanada) - Ein schwaches Lichtpünktchen neben einem grell strahlenden Stern: Für die Astronomen ist dieses Bild eine Sensation. Denn vermutlich handelt es sich um die erste Fotografie eines Planeten um einen sonnenähnlichen Stern. Der Exoplanet mit der achtfachen Masse des Jupiter umkreist seinen 500 Lichtjahre von uns entfernten Stern im 330-fachen Abstand Erde-Sonne. Allerdings müssen die Forscher den Planeten nun noch rund zwei Jahre lang beobachten, um zu bestätigen, dass er tatsächlich um den Stern kreist.

"Es ist das erste Mal, dass wir einen Planeten direkt sehen können, der sich vermutlich in einer Umlaufbahn um einen Stern befindet, der unserer Sonne ähnelt", freut sich David Lafrenière von der University of Toronto. Gemeinsam mit zwei Kollegen hatte Lafrenière 85 junge Sterne in einer Sternentstehungsregion im Sternbild Skorpion mit dem acht Meter großen Gemini-Nord-Teleskop nach Planeten abgesucht.

Die Himmelsforscher haben in den vergangenen Jahren zwar über 300 Planeten bei anderen Sternen aufgespürt. Doch die große Mehrheit der Planeten verrät sich nur indirekt durch ihren Einfluss auf ihren Zentralstern. Direkte Bilder der Planeten konnten die Astronomen bislang nur in wenigen Ausnahmen gewinnen, und diese Planeten umkreisen leuchtschwache Braune Zwerge. Dabei handelt es sich um eine Art verhinderter Sterne, deren Masse nicht ausreicht, um dauerhaft das Feuer der Kernfusion in ihrem Inneren zu entfachen.

Die Entdeckung eines großen Planeten in so großem Abstand von dem Stern kommt für die Wissenschaftler überraschend. Denn die Modelle für die Entstehung von Planeten sagen für Gasriesen engere Umlaufbahnen voraus. Noch können Lafrenière und seine Kollegen allerdings nicht ganz ausschließen, dass es sich bei dem vermeintlichen Planeten um ein Objekt handelt, das nur zufällig in der gleichen Richtung wie der Stern, aber in einer anderen Entfernung steht. Das Spektrum des Objekts spricht zwar dafür, dass es sich in der gleichen Entfernung von uns befindet wie der Stern. Doch um sicher zu gehen, wollen die Astronomen mit weiteren Beobachtungen die Bahnbewegung des Planeten nachweisen.