Saturnringe: Klumpig und schwerer als gedacht

Die Ringe um den Planeten Saturn enthalten vermutlich zwei- bis dreimal mehr Masse als bislang vermutet. Zu diesem Schluss kommen amerikanische Forscher auf der Basis von Messungen der Raumsonde Cassini. Die Beobachtungen zeigen, dass die Teilchen im Saturnring sich ständig verändernde Klumpen bilden.

Saturn mit Ringsystem
Saturn mit Ringsystem

Boulder (USA) - Die Wissenschaftler berichten im Fachblatt "Icarus" über ihre Beobachtungen. "Die Ringe sind anders als wir es uns vorgestellt haben", erläutert Larry Esposito von der University of Colorado in Boulder. "Ursprünglich dachten wir, die Teilchen seien in den Ringen gleichmäßig verteilt. Nun finden wir, dass die Teilchen Klumpen bilden, und in den Zwischenräumen ist es fast leer." Esposito und seine Kollegen hatten mithilfe von Cassini mehrfach beobachtet, wie die Saturnringe vor einem Hintergrundstern vorüber zogen.

"Die Kombination von mehreren solchen Vorübergängen mit unterschiedlichen Blickwinkeln liefert uns eine Art Tomografie der Ringe", erklärt Espositos Teamkollege Josh Colwell von der University of Central Florida in Orlando. "Durch die Messung der Sternhelligkeit erhalten wir Informationen über die dreidimensionale Struktur der Ringe." Die Messungen zeigen, dass die Teilchen in den Ringen alles andere als gleichmäßig verteilt sind: Die Sterne wurden immer wieder durch vorüber ziehende Verdichtungen abgeschwächt, während sie zwischendurch ungestört sichtbar waren.

Nach Ansicht der Forscher bilden sich die Klumpen in den Ringen durch die gegenseitige Anziehung der Teilchen. In größerer Entfernung vom Saturn könnten die Klumpen immer weiter anwachsen und ein neuer Mond könnte entstehen. Doch im Ringsystem sind die Geschwindigkeiten der Teilchen zu unterschiedlich. Die Klumpen wachsen auf Größen von maximal 30 bis 50 Meter an und lösen sich dann wieder auf. "Zu jedem Zeitpunkt befinden sich die meisten Teilchen in Klumpen. Aber die Teilchen bewegen sich von einem Klumpen zum nächsten, weil sich die Klumpen auflösen und neu entstehen", so Colwell.