Lebenssuche auf dem Mars: Tiefer bohren!

Auf dem Mars könnte es noch heute Bakterien geben - aber in einer Tiefe, die für die bei künftigen Missionen geplanten Bohrungen nicht erreichbar sind.

London (Großbritannien) - Zu diesem Schluss kommt ein Team britischer und schweizer Forscher auf Basis einer Modellierung der Strahlung auf der Marsoberfläche. Bis in mehrere Meter Tiefe ist der Marsboden demnach völlig steril, schreiben die Wissenschaftler im Fachblatt "Geophysical Research Letters".

"Wenn wir Hinweise dafür finden würden, dass es einst Leben auf dem Mars gab - Proteine beispielsweise oder RNA-Fragmente - wäre es zweifellos eine großartige Entdeckung", sagt der Leiter des Teams, Lewis Dartnell vom University College London. Solche Spuren könnten sich in oberflächennahen Schichten erhalten haben. "Doch der heilige Gral der Astrobiologie sind lebendige Zellen - Zellen, die wir aufwärmen, füttern und wieder beleben können, um sie zu untersuchen." Doch solche Zellen seien außerhalb der Reichweite der geplanten Bohrungen.

Im Gegensatz zur Erde besitzt der Mars weder ein starkes Magnetfeld noch eine dichte Atmosphäre, die seine Oberfläche vor energiereichen Strahlungen aus dem Weltall schützen. Die Modelle von Dartnell und seinen Kollegen zeigen, dass diese Strahlungen metertief in den Marsboden eindringen und dort alles etwa vorhandene Leben abtöten würden.

Die besten Erfolgschancen hätte eine Suche nach lebenden Bakterien in jungen Kratern, Abflussrinnen oder frischen Eisablagerungen, in denen die Zellen der sterilisierenden Strahlung noch nicht so lange ausgesetzt wären. Ideal wäre beispielsweise ein erst jüngst entdeckter und vermutlich erst fünf Millionen Jahre alter zugefrorener See in der Marsregion Elysium. Aber auch hier, so Dartnell, müsste man mehrere Meter tief bohren, um auf Leben zu stoßen.