Gewogen: Eris ist schwerer als Pluto

Der ehemalige neunte Planet Pluto hat ein weiteres Mal den Kürzeren gezogen: Seine Konkurrentin Eris, im Jahr 2005 kurzzeitig als "10. Planet" tituliert, besitzt 27 Prozent mehr Masse als Pluto.

Zwergplanet Eris
Zwergplanet Eris

Pasadena (USA) - Das zeigt eine genaue Vermessung der Umlaufbahn des Eris-Mondes Dysnomia durch zwei amerikanische Astronomen. Die Forscher präsentieren ihre Beobachtungen im Fachblatt "Science".

"Das war Plutos letzte Chance, das größte Objekt im Kuipergürtel zu sein", erklärt Michael Brown vom California Institute of Technology. "Bislang gab es noch eine kleine Chance, dass Pluto größer ist als Eris. Doch unsere neuen Ergebnisse zeigen eindeutig, dass es für Pluto höchstens für den zweiten Platz reicht." Gemeinsam mit seiner Doktorandin Emily Schaller hatte Brown mit einem der zehn Meter großen Keck-Teleskope auf Hawaii und dem Hubble Space Telescope die Umlaufbahn von Dysnomia vermessen. Der 150 Kilometer große Mond umkreist Eris alle 16 Tage auf einer nahezu kreisförmigen Umlaufbahn. Aus der Umlaufzeit konnten die beiden Forscher dann die Masse von Eris berechnen.

Als Kuipergürtel bezeichnen die Astronomen die Region jenseits des Planeten Neptun, in der eine Vielzahl eisiger Himmelskörper -- Überbleibsel aus der Entstehungszeit des Sonnensystems -- ihre Bahn ziehen. Brown war es auch, der 2005 mit Eris das bis dato größte Objekt im Kuipergürtel entdeckt und damit Pluto als Planeten entthront hatte. Denn wie Messungen rasch zeigten, ist Eris etwa genauso groß, vermutlich sogar etwas größer als Pluto.

Unter den Astronomen entbrannte daraufhin ein monatelanger Streit darüber, ob Eris und eventuell weitere große Objekte im Kuipergürtel als Planeten zählen oder ob Pluto seinen Planetenstatus verlieren sollte. Schließlich setzten sich die Anhänger der zweiten Variante durch: Pluto und Eris gelten seither als "Zwergplaneten". Ob Eris allerdings ihren Status als größter und massereichster Zwergplanet im Sonnensystem auf Dauer verteidigen kann, bleibt abzuwarten. Gut möglich, dass im Kuipergürtel weitere große Objekte auf ihre Entdeckung warten und Eris schon bald wieder von ihrem Thron stoßen.