200 ferne Kugelsternhaufen entdeckt

Es ist eine Zufallsentdeckung: Eigentlich hatten die amerikanischen Astronomen die Sterne des Kugelsternhaufens NGC 6397 in unserer Milchstraße untersucht.

Santa Cruz (USA) - Doch verborgen zwischen den Sternen dieses Haufens stießen sie auf eine eine Milliarde Lichtjahre entfernte elliptische Galaxie, ihrerseits umgeben von einem Schwarm aus rund 200 Kugelsternhaufen. Es handelt sich um die bislang fernste Ansammlung von Kugelsternhaufen, für die Astronomen eine große Chance, etwas über die Entwicklung dieser Sternenansammlungen über lange Zeiträume hinweg zu lernen.

"Das Licht, das wir heute von diesen Haufen empfangen, wurde vor einer Milliarde Jahren ausgesendet", erklärt Jason Kalirai von der University of California in Santa Cruz, einer der an den Messungen beteiligten Astronomen. Die Beobachtung weit entfernter Objekte ist deshalb stets ein Blick in die kosmische Vergangenheit. "Die Eigenschaften dieser fernen Haufen können uns etwas darüber erzählen, wie die Kugelsternhaufen unserer Milchstraße - zum Beispiel NGC 6397 - vor langer Zeit ausgesehen haben."

NGC 6397 ist mit einer Entfernung von 8500 Lichtjahren der zweitnächste Kugelsternhaufen. Kugelsternhaufen enthalten auf vergleichsweise engem Raum mehrere hunderttausend Sterne. Dabei handelt es sich im Allgemeinen um die ältesten Sterne einer Galaxie - vermutlich bildeten sich Kugelsternhaufen also sehr früh in der Geschichte einer Galaxie. Mit weiteren Beobachtungen wollen Kalirai und seine Kollegen nun die Eigenschaften der fernen Kugelsternhaufen und damit ihre Entstehungsgeschichte untersuchen.