Schwarzes Loch verschlingt Stern

Ein Team amerikanischer und französischer Astronomen hat ein supermassives Schwarzes Loch in einer fernen Galaxie beim Festschmaus beobachtet: Das Schwerkraftmonster verschlingt einen Stern.

Pasadena (USA) - Es ist das erste Mal, dass ein solcher Vorgang eines Sternsterbens durch ein verschlingedes schwarzes Loch vom Anfang bis zum Ende beobachtet werden kann. Die Forscher berichten im Fachblatt "Astrophysical Journal Letters" über ihre Messungen mit dem Ultraviolett-Teleskop des Satelliten "Galaxy Evolution Explorer".

"Solche Ereignisse sind sehr selten, deshalb haben wir Glück, dass wir den gesamten Prozess vom Anfang bis zum Ende sehen können", erklärt Suvi Gezari vom Caltech in Pasadena, eine der beteiligten Astronomen. Das von Gezari und ihren Kollegen beobachtete Schwarze Loch befindet sich im Zentrum einer vier Milliarden Lichtjahre entfernten elliptischen Galaxie im Sternbild Bootes. Das Schwarze Loch besitzt die zehnmillionenfache Masse unserer Sonne.

Supermassive Schwarze Löcher gibt es vermutlich in den Zentren der meisten Galaxien. Manche dieser Schwerkraftmonster sind "aktiv" und verschlingen ständig Materie aus ihrer Umgebung. Andere Schwarze Löcher - wie etwa im Zentrum unserer Milchstraße - "schlafen" und erwachen nur dann und wann, wenn ein Stern zu nahe an ihnen vorüber zieht. Typischerweise kommt es in einer Galaxie mit einem schlafenden Schwarzen Loch etwa alle 10.000 Jahre zu einem solchen Ereignis.

Dann zerreißt die gewaltige Schwerkraft des Schwarzen Lochs den Stern. Die Überreste des Sterns wirbeln immer schneller um das Schwarze Loch herum und werden schließlich verschlungen. Dabei sendet die in das Schwarze Loch einfallende Materie ultraviolette Strahlung aus - und eben diese Strahlung haben Gezari und ihr Team mit dem "Galaxy Evolution Explorer" aufgefangen. "Jetzt wissen wir, dass wir solche Ereignisse im UV-Bereich beobachten können", so Gezari, "wir haben also ein neues Werkzeug, um mehr davon aufzuspüren." Aus den Beobachtungen können die Astronomen die Masse der Schwarzen Löcher bestimmen und Informationen über ihre langfristige Entwicklung gewinnen.