Gamma Ray Bursts: Sternexplosion im jungen Kosmos

Der amerikanische Satellit Swift hat eine Sternexplosion in der neuen Rekordentfernung von 12,8 Milliarden Lichtjahren registriert. Im September 2005 traf den Satelliten ein Schauer hochenergetischer Gammastrahlung, der beim Todeskampf des Sterns freigesetzt wurde.

University Park (USA) - Die Explosion des Sterns fand zu einer Zeit statt, als unser Universum erst 900 Millionen Jahre alt war. Drei Forscherteams berichten in der aktuellen Ausgabe von "Nature" über die Entdeckung, die den Astronomen neue Erkenntnisse über die ersten Sterne im Kosmos liefern könnte.

"Es handelt sich um einen sehr massereichen Stern, der seinen Energievorrat schnell verbraucht hat und jung gestorben ist", so David Burrows von der Penn State University, einer der beteiligten Forscher. "Die Explosion war heller als eine Milliarde Sonnen, deshalb konnten wir sie trotz der großen Entfernung sehen."

Solche Gammaschauer sind nichts ungewöhnliches - durchschnittlich einmal am Tag wird die Erde von einem "Gamma Ray Burst" getroffen. Doch der Ausbruch vom 4. September 2005 war, so sollte sich rasch zeigen, etwas Besonderes. Innerhalb von Sekunden schwenkte Swift sein Röntgenteleskop in Richtung des Sternbilds Fische, aus dem der Gammaschauer gekommen war. Swift konnte eine rasch schwächer werdende Röntgenquelle ausmachen und deren Position mit einer Genauigkeit von sechs Bogensekunden messen - ausreichend für weitere Beobachtungen mit optischen Teleskopen vom Erdboden aus.

Ein automatisches System alarmierte Beobachter in aller Welt. Schon wenige Stunden nach dem Ausbruch konnten Astronomen an mehreren Sternwarten das Nachglühen der Explosion im infraroten und optischen Spektralbereich beobachten und daraus die Rekordentfernung der Explosion berechnen. Es ist das erste Mal, dass die Astronomen die Explosion eines Sterns in dieser frühen Phase des Kosmos nachweisen konnten.

Die Forscher hoffen nun, dass es nicht bei diesem einen Fall bleibt. Die Strahlung des Ausbruchs zeigt, dass der explodierte Stern bereits mit schweren Elementen angereichert war. Da diese Elemente nicht beim Urknall entstanden sind, sondern nur durch Kernfusion in Sternen gebildet werden, muss es also eine noch frühere Sterngeneration gegeben haben, deren Mitglieder nur aus dem beim Urknall gebildeten Wasserstoff und Helium entstanden sind. Die Beobachtung von Explosionen dieser allerersten Sterne könnte den Astrophysikern sogar einen Einblick in die Zeit vor der Entstehung der ersten Galaxien geben.