LHC läuft weiter bis 2012

Der Teilchenbeschleuniger am CERN wird Ende 2011 nur für kurze Zeit abgeschaltet - Betrieb mit höheren Energien erst für die kommenden Jahre geplant.

Genf (Schweiz) - Ursprünglich plante das europäische Forschungszentrum CERN, den Lagre Hadron Collider (LHC) Ende 2011 für längere Zeit abzuschalten. Im Anschluss wollten die Techniker Vorbereitungen treffen, um Teilchenstrahlen von bis zu 7 Tera-Elektronenvolt (TeV) aufeinander prallen zu lassen, sodass sich eine Kollissionsenergie von 14 TeV ergeben würde. Das ist die maximalen Energie, für die der LHC derzeit ausgelegt ist. Doch stattdessen wird der Beschleuniger Ende diesen Jahres nur ein kurze Pause einlegen und 2012 mit der derzeitigen Energie von 3,5 TeV je Teilchenrichtung weiterlaufen. Ein Neustart mit höheren Energien ist vorerst auf 2014 verschoben.

Das CERN begründete seine Entscheidung damit, dass sich die Erfolgsrate des LHC von 2010 noch steigern lasse. "Es sollte möglich sein, die Menge an Daten im Laufe dieses Jahres mindestens um den Faktor drei zu erhöhen," erklärte Steve Myers, Direktor für Beschleuniger und Technologie. Die Forscher am Institut wollen herausfinden, welche Ergebnisse sie mit dem derzeitigen Energieniveau noch produzieren können, bevor sie zu Teilchenstrahlen mit höheren Energien übergehen. Große Erfolge, die am LHC erwartet werden, könnten nach CERN-Angaben auch schon in den nächsten zwei Jahren eintreten. Dazu zählen die Entdeckung des Higgs-Teilchens, dass die Masse in unserem Universum vermittelt, und der Nachweis supersymmetrischer Teilchen. Letztere werden von der Theorie der Supersymmetrie vorhergesagt, nach der jedes Elementarteilchen einen Partner hat, der sich wie ein Kraftteilchen verhält. Das würde die strenge Trennung zwischen Materie und Kraft aufheben und gängige Theorien vereinfachen.

Im März 2010 sind am LHC erstmals Teilchenstrahlen von 3,5 TeV aufeinander geprallt und hatten damit eine Schwerpunktsenergie von 7 TeV. Mit Teilchenstrahlen, die bereits eine Energie von 7 TeV haben, würde sich die Schwerpunktsenergie bei der Kollision nochmals verdoppeln und einen neuen Rekordwert erreichen.