Laufwasserkraftwerk (flickr, contri, CC-by-sa)

Laufwasserkraftwerke

Laufwasser-(Fluss)Kraftwerke sind Wasserkraftwerke an Bächen und Flüssen mit relativ nie­dri­gen Wasserstauhöhen von einigen wenigen bis maximal 15 Metern zwischen Wasserspiegel und Turbineneinlauf.

Dem jahreszeitlich mehr oder minder stark schwankenden Lauf­was­ser­an­ge­bot entsprechend ändert sich auch das Angebot an erzeugbarem Strom. Die Leistung von Laufwasserkraftwerken liegt weltweit im Bereich von wenigen Megawatt (MW) bis zu maximal mehreren 1000 MW. In Deutschland sind 585 Anlagen im Leistungsbereich von einigen MW bis zu gut 100 MW installiert. Als ein Beispiel genannt sei das bereits seit 1924 in Betrieb stehende Walchensee-Kraftwerk in den bayrischen Voralpen mit einer Leistung von 124 MW, dies bei einer Wasserfallhöhe von 200 Metern und einer gespeicherten Energie von maximal etwa 42 000 Megawattstunden. Die gesamte installierte Leistung der 585 Laufwasserkraftwerke beträgt in Deutschland etwa 2600 MW. Mit einem Wirkungsgrad von etwa 94 Prozent kann diese Kraftwerktechnik als weitgehend ausgereift gelten.

Zum Vergleich: Zur Deckung unseres Strombedarfs standen uns im Jahr 2016 Kraftwerke aller Art zur Verfügung mit einer gesamten Bruttostromerzeugung von 648,4 Terawattstunden. Davon wurden 21 Terawattstunden, also 3,2 Prozent, aus regenerativer Wasserenergie gewonnen.

Um hohe Leistungen zu erreichen, werden Laufwasserkraftwerke mit möglichst großer Wasserfallhöhe errichtet, wozu auch Staumauern gehören. Solche Kraftwerke zählen zu den leistungsfähigsten der Welt, wie zum Beispiel der Drei-Schluchten-Talsperre in China, der Itaipu-Staudamm an der Grenze von Brasilien und Paraguay und der Assuan-Staudamm in Ägypten.

Laufwasserkraftwerke arbeiten in der Regel im Dauerbetrieb und werden deshalb bei der Stromversorgung zur Bereitstellung von Grundlast eingesetzt. Sollte jedoch der Strombedarf geringer sein als das Angebot, dann besteht bei vielen dieser Kraftwerke die Möglichkeit, Wasser aufzustauen und bei höherem Lastbedarf wieder als Strom in das Netz einzuspeisen.