Kernkraftwerk Gundremmingen (Viola Sonans, CC-by)

Geschichte der Energieforschung

Die Ursprünge der bundesstaatlichen, in Programmen organisierten Energieforschung gehen auf die vier Atomprogramme der Bundesrepublik Deutschland von der 2. Hälfte der 1950er Jahre bis 1976 zurück.

Seitdem am 9. August 2011 das 6. Energieforschungsprogramm der Bundesregierung (Fördervolumen 2016: 875,98 Millionen Euro) in Kraft getretenen ist, hat es in Deutschland zehn bundesstaatliche Energieforschungsprogramme gegeben. Startpunkt war 1957 mit dem ersten Atomprogramm.

Hinzu kommen zahlreiche Forschungsanstrengungen der Länder und die der energieorientierten Industrie, die nach früheren Schätzungen die öffentlichen Aufwendungen erheblich übersteigen. Allerdings ist bei einem solchen Vergleich zu beachten, dass es für „Energieforschung“ unterschiedliche Definitionen gibt.

Der finanzielle Aufwand für die allein von der Bundesregierung geförderte Energieforschung seit dem ersten Programmen ist beträchtlich. Er betrug von 1957 bis einschließlich 2016 gut 24 Milliarden Euro. Davon im Rahmen der 6 Energieforschungsprogramme 10 241,3 Millionen Euro im Zeitraum 1974 bis 1997, danach 5067,8 Millionen Euro von 1998 bis 2010 und von 2011 bis 2016 weitere 4720,3 Millionen Euro. Zusätzlich wurden im Rahmen der vier Atomprogramme 4423,7 Millionen Euro aufgewendet.

Viele andere Vorhaben wurden zur technischen Reife entwickelt, aber nicht weiter verfolgt. Hierzu gehören vor allem die Schnellbrut- und Hochtemperaturreaktoren, die Wiederaufarbeitung von Brennelementen aus Leichtwasserreaktoren oder der Kernenergieschiffsantrieb. Im Bereich der Kohletechnologien konnten sich Techniken, die mit viel Aufwand entwickelt wurden, nicht durchsetzen, weil sich die Umstände geändert haben. Ein Beispiel ist die Verflüssigung von Kohle, der die Politik unter dem Eindruck der beiden Ölkrisen in den siebziger Jahren einen besonders hohen Stellenwert für die Bereitstellung flüssiger Energieträger zugemessen hatte.

Des Weiteren muss erwähnt werden, dass Deutschland zusätzlich zu den eigenen Forschungsprogrammen weiteres Forschungs-Know-how aus den vielen gemeinsamen internationalen Forschungsprogrammen, zum Beispiel im Rahmen der EU und der Internationalen Energie Agentur (IEA) in Paris, zur Verfügung steht. Diese Kooperationen haben eine viele Jahrzehnte lange, sehr erfolgreiche Tradition.