Kohlekraftwerk

CO2-Emissionen steigen wieder an

Im laufenden Jahr 2017 werden die globalen Kohlendioxid-Emissionen nach drei Jahren Stagnation wieder ansteigen. Zu diesem Ergebnis kommt ein internationales Forscherteam im Rahmen des Global Carbon Projects, in dem seit 2006 jedes Jahr die CO2-Bilanz für die Erde gezogen wird. Die nach Staaten aufgegliederten Daten und Schätzungen veröffentlichten die Klimaforscher nun in mehreren Fachjournalen. Der Anstieg dämpft die Hoffnungen, dass nach der dreijährigen Stagnation zwischen 2014 und 2016 das Maximum der CO2-Emissionen überschritten sein könnte.

„Mit 41 Milliarden Tonnen Kohlendioxid für 2017 läuft die Zeit ab, die Erderwärmung auf unter zwei Grad oder gar unter 1,5 Grad Celsius zu begrenzen“, sagt Corinne Le Quéré von der University of East Anglia in Norwich. Die neuen Zahlen, die auch im Mittelpunkt einer Pressekonferenz auf der UN-Klimakonferenz COP23 in Bonn standen, verstärken den Druck auf die Verhandlungen zur baldigen Umsetzung des Pariser Klimaabkommens von 2015. „Wir müssen die Emissionen rasch reduzieren, um die Auswirkungen des Klimawandels zu begrenzen“, ergänzt Le Quéré.

China ist mit etwa 28 Prozent für den größten Anteil der globalen CO2-Emissionen verantwortlich. Allein im laufenden Jahr nimmt dort der CO2-Ausstoß gemäß der aktuellen Schätzung um 3,5 Prozent zu. Diesen wachsenden Anteil begründen die Forscher mit einer zugenommenen Verfeuerung von Kohle. Auch der CO2-Ausstoß in Indien wird dieses Jahr um zwei Prozent zunehmen. Mit einem durchschnittlichen Anstieg von mehr als sechs Prozent in den Jahren des vergangenen Jahrzehnts wurde die Zunahme der CO2-Emissionen jedoch abgeschwächt.

In insgesamt 22 Staaten, die für ein Fünftel der Emissionen verantwortlich sind, sank der CO2-Ausstoß. In der EU ging er in der Summe 2017 ein wenig – um 0,2 Prozent – zurück. Auch für die USA bilanzierten die Forscher einen Rückgang um 0,4 Prozent. Langsam macht sich weltweit der Ausbau der erneuerbaren Energiequellen mit jährlichen Wachstumsraten von etwa 14 Prozent während der vergangenen fünf Jahre bemerkbar. Die CO2-Konzentration in der Atmosphäre wird auf Grundlage der neuen Zahlen bis zum Jahresende auf etwa 405 parts per million ansteigen.