Dreibeinige Raumsonde auf einer zerklüfteten Gesteinsoberfläche

Philae ist aufgewacht!

Am Abend des 13. Juni 2015 war die Freude im europäischen Weltraumkontrollzentrum in Darmstadt wohl groß: Dreihundert Datenpakete des Kometenlanders Philae wurden aufgefangen – das erste Signal der kleinen Tochterraumsonde der Rosetta-Mission seit deren Landung auf dem Kometen 67P/Churyumov-Gerasimenko am 13. November 2014.

Bei der Landung gelang es damals nicht, die Sonde am geplanten Landeort mit Bremsdüsen oder Harpunen zu fixieren. Philae führte daraufhin einen großen und weitere kleine Sprunge auf, die zu einer bisher nicht komplett geklärten Lage der Sonde an einer anderen Stelle es Kometen führten. Auf jeden Fall war die Lage so unglücklich, dass die Solarzellen nicht ausreichend Energie für den Betrieb liefern konnten, sodass die die Sonde in den Ruhemodus wechselte.

Die Hoffnung der Wissenschaftler, dass die Energieversorgung im Laufe der Zeit wieder hergestellt werden könnte – durch eine andere Lage des Kometen zur Sonne und aufgrund der größeren Sonnennähe – hat sich nun bewahrheitet. Stefan Ulamec, Projekmanager von Philae: „Philae geht es gut und arbeitet bei –35 Grad Celsius mit 24 Watt. Der Lander ist operationsbereit!".

Nach Angaben des ESA-Blogs zur Rosetta-Mission war die erste Datenübertragung 85 Sekunden lang. Neben den empfangenen 300 Datenpaketen seien noch 8000 weitere im Speicher des Landers vorhanden. Dies sei ein Hinweis, dass der Lander schon seit einiger Zeit wieder im Betrieb ist, aber bislang noch keinen Kontakt zur Bodenstations aufnehmen konnte.

Das europäische Gemeinschaftsprojekt Rosetta startete 2004 seine Reise zum Kometen 67P/Churyumov-Gerasimenko. Der Komet umkreist in etwa sieben Jahren einmal die Sonne auf einen elliptischen Bahn zwischen den Bahnen der Planeten Jupiter und Mars. Im August 2014 hatte die Sonde eine Bahn um den Kometen eingeschlagen und detaillierte Bilder der überraschend unregelmäßigen Oberfläche angefertigt. Der Lander Philae koppelte am 12. November 2014 von Rosetta ab und erreichte die Kometenoberfläche am 13. November.