Schwere Erdbeben vor Sumatra

Potsdam – Etwa 400 Kilometer vor der Westküste Sumatras erschütterte um heute um 10:38 Uhr Mitteleuropäischer Sommerzeit ein Beben der Stärke 8,5 die Region. Nach Angaben des Geoforschungszentrum Potsdam (GFZ) folgten um 11:00 Uhr und 11:27 Uhr weitere Erdbeben der Stärke 6,2 und 5,9. Alle Beben gehören zu den stärksten, die die Erde in diesem Jahr bisher erschüttert haben. Indonesien hat schnell eine Tsunami-Warnung für die Anrainerstaaten des Indischen Ozeans ausgegeben.

Nach Informationen des Geologischen Dienstes der USA (USGS) hatte das Beben eine Stärke von 8,6 mit einem Bebenherd in 22,9 Kilometer Tiefe. Der Beben-Informationsdienst vom GFZ schätzt die Tiefe auf lediglich zehn Kilometer. Die Epizentren der folgenden, etwas schwächeren Beben lagen etwa 200 Kilometer weiter östlich und rund 600 Kilometer von der Küste Sumatras entfernt. Mit weiteren Nachbeben in der Region ist zu rechnen. Zwei Stunden nach dem Hauptbeben verzeichnete der GFZ-Dienst bereits sieben Nachbeben mit Stärken zwischen 5,3 und 6,2, kurz darauf folgte ein besonders starkes Nachbeben mit einer Magnitude von 8,2. 

In dieser Region ist seit März 2005 das Frühwarnsystem GITEWS (German Indonesian Tsunami Warning System) aktiv, das am GFZ entwickelt wurde. Es besteht aus einem System von Seismometern, Bojen, Sensoren und Satelliten, Forscher können so innerhalb weniger Minuten Warnungen vor einem Tsunami ausgeben. 

In den Weihnachtstagen 2004 löste ein Beben der Stärke 9,1 einen Tsunami im Indischen Ozean aus, dem mehr als 230.000 Menschen zum Opfer fielen. Neben Indonien kam es in Sri Lanka, Indien und Thailand zu schweren Verwüstungen. Die Zahl der Obdachlosen wurden auf mindestens 1,7 Millionen geschätzt.