Nach der letzten Eiszeit: Abkühlung durch Asteroideneinschlag

Graue Punkte bilden sechseckige Muster. Die regelmäßige Struktur ist an einigen Stellen durch Störungen unterbrochen.
Nanodiamanten

Santa Barbara (USA) – Eine 13.000 Jahre alte Sedimentschicht am Boden des Cuitzeo-Sees in Mexiko enthält exotische Mineralien, die auf den Einschlag eines mehrere hundert Meter großen Asteroiden in Nordamerika hindeuten. Das berichtet ein internationales Forscherteam im Fachblatt „Proceedings of the National Academy of Sciences“. Die Wissenschaftler sehen darin einen weiteren Beweis für die bislang umstrittene Hypothese, dass eine tausend Jahre andauernde Kälteperiode nach dem Ende der letzten Eiszeit durch ein solches Ereignis worden ist.

Die als Jüngere Dryaszeit bezeichnete Epoche setzte relativ abrupt ein: Die Temperatur ist innerhalb weniger Jahre – möglicherweise sogar innerhalb von Monaten – um bis zu zehn Grad gefallen. Insbesondere in Nordamerika kam es in dieser Zeit zu einem Aussterben viele großer Tierarten sowie einer starken Abnahme der menschlichen Bevölkerung, verbunden mit einem auffälligen kulturellen Wandel. Als Ursache für den Klimawandel und seine Folgen wird heute allgemein eine Unterbrechung von Meeresströmungen im Nordatlantik angenommen.

James Kennett von der University of California in Santa Barbara hingegen vertritt seit Jahren die Alternativ-Hypothese vom Asteroiden-Einschlag als Ursache für den nacheiszeitlichen Kälteschock. Wichtigstes Indiz für diesen Erklärungsansatz sind winzige Kügelchen aus geschmolzenem Material und Nanodiamanten, die bei Ausgrabungen an verschiedenen Stellen in Nordamerika in 13.000 Jahre alten Gesteinsschichten gefunden wurden. Bislang war jedoch umstritten, ob diese Mineralien tatsächlich durch den Einschlag eines Asteroiden entstanden sind oder ob dafür nicht auch andere Prozesse infrage kommen.

Nun haben Kennett und seine Kollegen in den Sedimenten des Cuitzeo-Sees eine spezielle Form von Nanodiamanten gefunden, so genannte Lonsdaleite. Diese Form des kristallinen Kohlenstoffs entsteht nur bei Schockereignissen unter hohem Druck und bei hohen Temperaturen. Vulkanische oder andere terrestrische Prozesse kommen damit nach Ansicht von Kennett nicht länger als Ursache infrage: „Dieses Material bildet sich nur bei einem kosmischen Einschlag.“ Derzeit bleibt abzuwarten, wie die Fachwelt auf diese Änderung der Beweislage reagiert.