Drei Bilder der unscharf dargestellten Oberfläche Plutos nebeneinander. Es sind verschwommene Strukturen zu sehen.

Komplexe Moleküle färben Pluto rot

Boulder (USA) – Die Oberfläche des Zwergplaneten Pluto ist möglicherwiese von Kohlenwasserstoffen und Nitriten bedeckt. Darauf deuten Beobachtungen eines amerikanischen Forscherteams mit dem Weltraumteleskop Hubble hin. Die Messungen zeigen starke Absorptionen im ultravioletten Strahlungsbereich, die typisch für solche komplexen Moleküle sind. Die Substanzen könnten auch die zunehmende rote Verfärbung des Himmelskörpers erklären, schreiben die Astronomen im Fachblatt „Astrophysical Journal“.

Pluto ist gegenwärtig 32-mal weiter von der Sonne entfernt als die Erde. Ursprünglich als neunter Planet des Sonnensystems gezählt, wurde der Himmelskörper nach der Entdeckung mehrerer ähnlicher Objekte am Rand des Sonnensystems 2006 der neu geschaffenen Klasse der Zwergplaneten zugeordnet. Die Oberfläche Plutos ist von gefrorenem Methan, Kohlenmonoxid und Stickstoff bedeckt.

Laboruntersuchungen haben gezeigt, dass diese Stoffe unter dem Einfluss ultravioletter Strahlung und hochenergetischer Teilchen aus dem Weltall chemisch miteinander reagieren und komplexere Moleküle bilden können. Alan Stern vom Southwest Research Institute in Boulder im US-Bundesstaat Colorado und seine Kollegen haben nun den fernen Himmelskörper erstmals mit einem hochempfindlichen UV-Spektrographen an Bord des Hubble Space Telescopes beobachtet, um nach Spuren solcher Substanzen zu suchen.

Die Wissenschaftler fanden tatsächlich signifikante Absorptionen im mittleren Ultraviolettbereich, wie sie für Kohlenwasserstoffe und Nitrite typisch sind. Beobachtungen in den vergangenen Jahren hatten gezeigt, dass Pluto sich langsam rötlich verfärbt. Stern und seine Kollegen vermuten nun, dass die Kohlenwasserstoffe für die rötliche Farbe verantwortlich sind. Möglicherweise handelt es sich um jahreszeitliche Veränderungen. Pluto hat 1989 den sonnennächsten Punkt seiner Bahn passiert und entfernt sich nun wieder bis 2113 immer weiter von der Sonne.