Maria S. Merian

Die Maria S. Merian

Es ist das jüngste der deutschen Forschungsschiffe. Im Jahr 2005 lief die Maria S. Merian vom Stapel. Seitdem werden mit ihr zum Beispiel Meeresströmungen im Atlantik vermessen und geologische Eigenschaften des Ozeanbodens untersucht. Die Merian hat eine spezielle Fähigkeit: Man kann mit dem Schiff bis direkt an den Rand von Meereisgebieten heranfahren. Aus diesem Grund bezeichnen Fachleute die Maria S. Merian auch als „Eisrandforschungsschiff“.

Neben der Polarstern und russischen Schiffen ist die Merian das einzige europäische Forschungsschiff, mit dem man im Meereis arbeiten kann. Wegen seines ausgeklügelten Antriebssystems lässt sich das Schiff außergewöhnlich gut manövrieren. Dank zweier Propeller und eines Pumpjets kann die Merian quasi direkt am Eis „einparken“. Zur Sicherheit haben die Ingenieure nicht einen, sondern gleich zwei Maschinenräume eingebaut. Auf diese Weise ist das Schiff in der Lage, selbst dann weiterzufahren, wenn eine Maschinenanlage ausfallen sollte. Die Stromversorgung stellen vier Dieselgeneratoren sicher.

Foto. Forschungsschiff Merian im Meereis
Maria S. Merian unterwegs

Die Aufgabe des 94 Meter langen Forschungsschiffes besteht vor allen Dingen darin, Untersuchungen in Bezug auf die Rolle der Ozeane bei Klimaschwankungen zu ermöglichen. Die ersten Reisen gingen etwa zum Golfstrom und an den Eisrand der Arktis. Doch die Merian dient nicht allein ozeanografischen Zwecken. Auch Meeresgeologen, Seismologen, Spezialisten für marine Geophysik und Meteorologen nutzen das Schiff für ihre Forschung.

21 Mann Besatzung und bis zu 22 Wissenschaftler finden in den Kabinen der Merian Platz. Die Forscher arbeiten vor allem im mittleren Bereich des Schiffs. Dort sind auch die Kühlkammern für die Bohrkerne, die aus dem Meeresboden geholt werden, untergebracht. In den Laboren an Bord können die Kerne bereits provisorisch untersucht werden.

Der Meeresgrund lässt sich mit Echolotsystemen abtasten, die in die Merian eingebaut sind. Die Topografie des Ozeanbodens kann damit bis in eine Tiefe von 10.000 Metern aufgezeichnet werden. Außerdem lassen sich von der Merian Messsonden und andere Instrumente im Ozean aussetzen. Mit den Tiefseewinden an Bord ist dies bis 6000 Meter Tiefe möglich.

Die Merian trat die Nachfolge dreier ehemaliger Forschungsschiffe an: Dabei handelt es sich um die Valdivia, die Victor Hensen und die Alexander von Humboldt. Der Heimathafen der Merian ist Rostock-Warnemünde; betreut wird das neue Eisrandforschungsschiff vom Institut für Ostseeforschung in Warnemünde. Die Koordination der Merian-Ausfahrten liegt bei der Senatskommission für Ozeanografie der Deutschen Forschungsgemeinschaft sowie bei der Leitstelle Meteor/Merian am Institut für Meereskunde der Universität Hamburg. Expeditionen mit der Merian können im Prinzip alle deutschen Meeresforschungsinstitute unternehmen.

Benannt ist das Schiff nach der deutschen Naturforscherin Maria Sibylla Merian, die 1647 in Frankfurt am Main geboren wurde. Merian unternahm in den Jahren 1699 bis 1701 eine Reise nach Surinam, um die dortige Tierwelt zu studieren. Die Namensgeberin des Forschungsschiffs wurde vor allem für ihre künstlerischen Darstellungen von Schmetterlingen berühmt.