Super-Saturn mit gigantischem Ringsystem

Der 430 Lichtjahre entfernte Exoplanet J1407b ist von einem Ringsystem umgeben, das zweihundertmal größer ist als das des Saturn. Lücken zwischen den Ringen deuten zudem auf die Existenz von mehreren Monden, die den Super-Saturn umkreisen. Das zeigen Beobachtungen eines Forscherduos aus den Niederlanden und den USA. In dem Ringsystem um den jungen Riesenplaneten entstehen vermutlich noch weitere Monde, so die Wissenschaftler im Fachblatt „Astrophysical Journal“.

Planet mit ausgedehntem System aus Ringen, links scheint der Zentralstern durch die Ringe hindurch.
Künstlerische Darstellung des Super-Saturn J1407b

„Seit Jahrzehnten vermuten Astronomen, dass Planeten wie Jupiter und Saturn in ihrer Frühzeit von ausgedehnten Scheiben aus Gas und Staub umgeben sind, in denen sich Trabanten bilden“, erläutert Eric Mamajek von der University of Rochester. „Hier erhalten wir nun das erste Mal einen Einblick auf die Entstehung von Monden im Umkreis von mehreren Millionen Kilometern um einen Planeten.“ J1407b umkreist einen mit einem Alter von 16 Millionen Jahren noch sehr jungen Stern mit ähnlicher Masse wie unsere Sonne. Daher ist die Entstehung von Planeten und Monden bei diesem Stern vermutlich noch nicht abgeschlossen.

Mamajek hatte J1407b vor drei Jahren im Rahmen des automatischen Suchprogramms SuperWASP aufgespürt. Der Planet verriet sich, weil er von der Erde aus gesehen vor seinem Stern vorüberzog und dabei dessen Licht abschwächte. Im Gegensatz zu anderen Transits von Exoplaneten flackerte das Licht des Sterns hier aber auf seltsame Weise über einen Zeitraum von 56 Tagen. Gemeinsam mit seinem Kollegen Matthew Kenworthy von der Sternwarte Leiden liefert Mamajek nun eine Erklärung für dieses Phänomen: Der Planet ist von einem 120 Millionen Kilometer durchmessenden System aus 37 Ringen umgeben, die bis zu 95 Prozent des Sternenlichts absorbierten.

„Das zeigt uns, dass es dort eine Menge Materie gibt, aus der sich Satelliten bilden können“, so Mamajek. Das Ringsystem enthalte etwa die hundertfache Masse des Erdmonds. Besonders auffällig sei außerdem eine große Lücke im Ringsystem in einem Abstand von 61 Millionen Kilometern von J1407b. Mamajek und Kenworthy vermuten, dass in dieser Lücke ein fast erdgroßer Mond seine Bahn zieht. Das gesamte System befinde sich, so die Forscher, vermutlich in einer Übergangsphase von einer ursprünglichen zirkumplanetarischen Scheibe, in der Monde entstehen, zu einem von Monden geformten Ringsystem ähnlich den Saturnringen.