Nachthimmel mit hellen, leuchtenden Punkten.

Lithium bei Nova nachgewiesen

Erstmals konnten Astronomen das chemische Element Lithium in der ausgestoßenen Materie einer Nova nachweisen. Ihre Beobachtungen von Nova Centauri 2013 sollen die Frage klären, warum so viele junge Sterne mehr von diesem Element enthalten als erwartet. Diese Entdeckung hilft die chemische Entwicklungsgeschichte unserer Galaxie und die Mischungsverhältnisses der chemischen Elemente in den Sternen unserer Milchstraße zu verstehen. Das Forscherteam um Luca Izzo von der Sapienza-Universität in Rom und des International Center for Relativistic Astrophysics hat seine Ergebnisse jetzt im Fachblatt „The Astrophysical Journal Letters“ veröffentlicht.

Das leichte chemische Element Lithium ist eines der wenigen Elemente, das nach der Modellvorstellung auch beim Urknall vor 13,8 Milliarden Jahren entstanden ist. Aber woher die Mengen an Lithium kommen, die Astronomen heute in den Sternen unserer kosmischen Nachbarschaft finden, ist unklar. Ältere Sterne weisen weniger Lithium auf als erwartet, während einige jüngere Sterne bis zu zehnmal soviel davon enthalten.

Seit den 1970er Jahren vermuten Astronomen, dass das überschüssige Lithium der jungen Sterne in Novae entstanden sein könnte – also bei Sternexplosionen, die Materie in den Raum zwischen den Sternen ausstoßen. Aber selbst gründliche Studien an Novae konnten bisher keinen klaren Hinweis darauf liefern.

Das Team hat jetzt mit dem Teleskop am La Silla Observatorium sowie dem Teleskop des European Southern Observatory (ESO) in Chile die Nova Centauri 2013 untersucht. Dieser Stern des Südhimmels explodierte im Dezember 2013 und war bis jetzt die hellste Nova dieses Jahrhunderts – und leicht mit bloßem Auge zu beobachten.

Die Daten zeigten Spuren von Lithium, das sich mit zwei Millionen Kilometern pro Stunde von der Nova entfernt. Das ist der erste Nachweis dafür, dass dieses Element von einer Nova ausgeworfen wird. Die Masse des ausgestoßenen Lithiums ist nach Schätzungen weniger als ein Milliardstel der Sonnenmasse, also sehr klein. Da es aber in der Geschichte der Milchstraße schon viele Milliarden Novae gegeben hat, erklärt dies hinreichend die beobachtete und unerwartet hohe Lithiumkonzentration in unserer Heimatgalaxie.