Im Zentrum ein hell leuchtender Punkt, umgeben von einer roten Wolke auf dunklem Hintergrund. Überall sind leuchtende Punkte zu sehen.

Vorläuferstern einer Supernova identifiziert

Wolf-Rayet-Sterne sind die massereichsten Sterne, die man kennt. Sie sind selten und schwer zu beobachten, weshalb wenig über ihr Entstehen und Vergehen bekannt ist. Forschern gelang es nun, eine Supernova vom Typ IIb zu beobachten und erstmals auf einen Wolf-Rayet-Stern als Vorläuferstern zurückzuführen. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Forscher in der Fachzeitschrift „Nature“.

Die Entwicklung von Sternen, die mehr als die achtfache Masse der Sonne haben, endet in riesigen kosmischen Explosionen. Haben diese Sterne ihren Brennstoffvorrat verbraucht, wirkt nichts mehr der starken Gravitation entgegen und der Kern des Sterns wird immer mehr zusammengepresst. Wird der Druck zu groß, kollabiert der Kern und die äußeren Schichten werden durch eine Stoßwelle weit ins All hinausgeschleudert. Da Wolf-Rayet-Sterne etwa zwanzigmal massereicher sind als unsere Sonne, sollten auch sie in einer Supernova enden. Bisher hielten Astronomen in diesem Fall drei verschiedene Typen von Supernova für möglich. Um Klarheit zu gewinnen, müsste ein solches Ereignis direkt beobachtet werden.

Das Bild ist in der Mitte geteielt, beide Seiten zeigen eine flache, spiralförmige helle Schiebe. Das Zentrum leuchtet hell. Im rechten Bild ist auch im äußeren Teil der Schiebe ein blau leuchtender Punkt zu sehen, der mit einem Pfeil makiert ist.
Beobachtung der Supernova SN2013cu

Dabei ist besonders eines entscheidend: Schnelligkeit. Denn nur in den ersten Stunden nach der Explosion ist es Forschern möglich, die chemische Zusammensetzung des Sterns zu bestimmen – sämtliches Material wird sonst davongetragen. Wissenschaftlern vom Weizmann Institut für Wissenschaft in Israel gelang bereits im Mai 2013 die Beobachtung der Supernova SN2013cu vom Typ II: Ein Telekop zur Himmelsdurchmusterung alarmierte die Forscher damals über einen Ausbruch in der Galaxie UGC 9379, die etwa 350 Millionen Lichtjahre von uns entfernt ist. Bereits gut sechs Stunden nach der Explosion konnte das Team dann mit dem Keck-Teleskop auf Hawaii weitere Daten sammeln. Bei der Analyse des beobachteten Lichts fanden Avishay Gal-Yam und seine Kollegen charakteristische Eigenschaften, aus denen sie zweifelsfrei auf einen Wolf-Rayet-Stern als Vorläuferstern der Supernova schließen konnten.