Im Vordergrund ein erdähnlicher Planet, im Hintergrund ein heller Stern mit vier weiteren Begleitern.

Aufgespürt: Erdähnlicher Planet in lebensfreundlicher Zone

Gleich fünf Planeten umkreisen den Zwergstern Kepler-186 – und einer davon ist der bislang erdähnlichste Planet, den die Astronomen bislang aufgespürt haben. Sein Durchmesser ist lediglich zehn Prozent größer als der unserer Erde. Und er zieht seine Bahn in der lebensfreundlichen Zone des Sterns, in jenem Bereich also, in der die Temperaturen flüssiges Wasser auf der Oberfläche eines Himmelskörpers erlauben. Das zeigt die Auswertung von Daten des inzwischen defekten Weltraumteleskops Kepler durch ein internationales Forscherteam. Die Wissenschaftler berichten im Fachblatt „Science“ über ihre Entdeckung.

Darstellung der Umlaufbahnen der fünf Planeten von Kepler-186 (oben) und der Planeten Merkur, Venus und Erde (unten), in beiden Fällen ist die lebensfreundliche Zone hell markiert. Die Bahn von Kepler 186-f liegt nahe am äußeren Rand der lebensfreundlichen Zone, die Bahn der Erde mittendrin. Links als Kasten ein Größenvergleich zwischen der Erde und Kepler-186-f, letzterer ist geringfügig größer.
Vergleich des Sonnensystems mit Kepler-186

„Natürlich wurden bereits zahlreiche Planeten entdeckt, die so groß wie die Erde sind oder sogar kleiner“, erläutern Elisa Qintana vom Ames Research Center der NASA in den USA und ihre Kollegen. „Doch all diese Planeten kreisen zu nahe an ihrem Stern, als das flüssiges Wasser auf der Oberfläche möglich wäre.“ Der von dem Team aufgespürte fünfte Planet von Kepler-186 zieht seine Bahn zwar mit einer Umlaufzeit von 130 Tagen ebenfalls näher am Stern, nämlich etwa in der halben Entfernung Erde-Sonne.

Dafür ist Kepler-186 mit einer Temperatur von 3800 Kelvin aber auch kleiner und kühler als die Sonne. „Und das platziert Kepler-186f in der habitablen Zone seines Sterns“, so Qintana und ihre Kollegen, „woraus wiederum folgt, dass der Planet eine erdähnliche Atmosphäre und Wasser auf der Oberfläche besitzt. Und ein Teil dieses Wassers liegt mit großer Wahrscheinlichkeit in flüssiger Form vor.“ Damit ist Kepler-186f auch der bislang beste Kandidat für einen Planeten, auf dem es Leben geben könnte. „Zwergsterne wie Kepler-186 leben erheblich länger als unsere Sonne“, erklärt Quintanas Kollege Stephen Kane von der San Francisco State University. „Damit steht auch erheblich mehr Zeit für biochemische Reaktionen auf der Oberfläche und für eine biologische Evolution zur Verfügung.“

Das Kepler-Teleskop hat von 2009 bis 2013 die Helligkeit von etwa 150 000 Sternen überwacht. Planeten verraten sich durch winzige, regelmäßig auftretende Abschwächungen der Helligkeit, wenn sie – von der Erde aus gesehen  – auf ihrer Umlaufbahn vor dem Stern vorüberziehen. Aus der Stärke der dabei auftretenden Abschwächung der Helligkeit können die Astronomen unmittelbar die Größe des Planeten ablesen. Mithilfe von Kepler haben die Astronomen bislang knapp eintausend Exoplaneten entdeckt, weitere 3600 Kandidaten warten auf ihre Bestätigung durch zusätzliche Beobachtungen. Durch den Ausfall von zwei Steuerungskreiseln lässt sich das Weltraumteleskop seit Mai 2013 nicht mehr korrekt ausrichten.