Kepler-37b ist nur etwas größer als der Mond und kleiner als Merkur.

Der bislang kleinste Exoplanet

Erst im vergangenen Jahr verkündeten Astronomen die Entdeckung von Planeten bei anderen Sternen, die von vergleichbarer Größe sind wie die Erde. Doch es geht noch kleiner: Ein internationales Forscherteam hat mit dem Weltraumteleskop Kepler einen Exoplaneten aufgespürt, der deutlich kleiner ist als Merkur – der kleinste Planet in unserem Sonnensystem. Der mit der Katalognummer Kepler-37b bezeichnete Himmelskörper umkreist einen rund 215 Lichtjahre entfernten Stern. Es handele sich vermutlich um einen atmosphärelosen, felsigen Planeten, so die Wissenschaftler im Fachblatt „Nature“.

„Dieser winzige Planet ist der innerste von insgesamt drei, die den sonnenähnlichen Stern Kepler-37 umkreisen“, so Thomas Barclay vom Ames Research Center der NASA und seine Kollegen. Der größte der drei Begleiter ist doppelt so groß wie die Erde, der mittlere ist um ein Viertel kleiner als unser Heimatplanet. Der Durchmesser von Kepler-37b beträgt dagegen nur dreißig Prozent des Erddurchmessers – also etwa 3820 Kilometer. Zum Vergleich: Merkur bringt es auf 4880 Kilometer, der irdische Mond auf 3476 Kilometer.

Das im März 2009 gestartete Weltraumteleskop Kepler überwacht 156.000 Sterne auf winzige Helligkeitsschwankungen. Periodische Änderungen der Sternhelligkeit können die Anwesenheit eines Planeten verraten, wenn dieser auf seiner Bahn von der Erde aus gesehen regelmäßig vor dem Stern vorüberzieht. Aus der Stärke der Helligkeitsänderung können Astronomen dann unmittelbar die Größe des Planeten bestimmen. Bislang hat Kepler mehr als 2300 Kandidaten für Planeten bei anderen Sternen aufgespürt.

„Seit der Entdeckung der ersten Exoplaneten ist bekannt, dass andere Planetensysteme völlig anders aussehen können wie das unsere“, erklären Barclay und seine Kollegen. So besitzen viele Sterne jupitergroße Riesenplaneten, die auf extrem engen Umlaufbahnen kreisen. Auch das System von Kepler-37 unterscheidet sich deutlich von unserem Sonnensystem. Mit Umlaufzeiten von 13, 41 und 40 Tagen liegen alle drei Bahnen näher am Zentralstern als der Orbit von Merkur an der Sonne. Das Team um Barclay vermutet, dass es sehr viele Sterne mit sehr kleinen Planeten gibt.