Grafische Darstellung des Planetensystems mit dem umgebenden Kometengürtel

Riesenplaneten vertreiben Kometengürtel

Paris (Frankreich)/Cambridge (Großbritannien) – Die Sterne 61 Virginis und Gliese 581, beide mehr als zwanzig Lichtjahre von uns entfernt, sind von großen Kometengürteln umgeben. Das zeigen Beobachtungen mit dem europäischen Weltraumteleskop Herschel, über die zwei internationale Forscherteams berichten. Beide Sterne besitzen ein Planetensystem aus sogenannten Super-Erden, aber keine Riesenplaneten ähnlich Jupiter oder Saturn. Die Astronomen sehen hier einen Zusammenhang: Riesenplaneten führen offenbar zu einer Auflösung der Kometenscheiben. Fehlen Riesenplaneten jedoch, so können die Trümmerscheiben aus der Entstehungszeit der Planetensysteme Jahrmilliarden überdauern.

„In unserem Sonnensystem gibt es Riesenplaneten – und den eher spärlichen Kuipergürtel“, erläutert Mark Wyatt von der University of Cambridge in Großbritannien. „Systeme, die nur aus Planeten geringerer Masse bestehen, besitzen dagegen erheblich dichtere Kuipergürtel.“ Im Sonnensystem breitet sich der Kuipergürtel jenseits der Neptunbahn aus. Er besteht aus einer Vielzahl kleiner, meist eishaltiger Objekte wie Kometen, Asteroiden und Zwergplaneten, die aus der Entstehungsphase des Sonnensystems stammen.

Bei 61 Virginis sind zwei Planeten bekannt, Gliese 581 wird von vier, möglicherweise sogar von sechs Planeten umkreist. Einer davon zieht seine Bahn in der lebensfreundlichen Zone, also dort, wo flüssiges Wasser auf der Oberfläche existieren kann. Bei allen Planeten handelt es sich um sogenannte Super-Erden, felsige Himmelskörper mit der mehrfachen Masse der Erde. „Gliese 581 ist zwei Milliarden Jahre alt“, sagt Jean-Francois Lestrade von der Sternwarte Paris. „Es ist also ausreichend Zeit vergangen, in der Kometen eine große Menge an Wasser auf die inneren Planeten bringen konnten. Das ist insbesondere für den Planeten in der lebensfreundlichen Zone von Bedeutung.