Stern Formalhaut mit Staubring

Kometenkollisionen bei nahem Stern

Löwen (Belgien) – Der 25 Lichtjahre entfernte Stern Fomalhaut ist von einem dichten Staubring umgeben. Der feine Staub stammt offenbar von Hunderten von Kometen, die dort Tag für Tag kollidieren. Das zeigen Beobachtungen eines internationalen Forscherteams mit dem europäischen Infrarotweltraumteleskop Herschel. Die Astronomen präsentieren ihre Messungen im Fachblatt „Astronomy and Astrophysics“.

Bläuliches, leicht verschwommendes Bild von einem Stern, der von einem deutlichen Staubring umgeben ist.
Staubring um Stern

„Dort wird täglich das Äquivalent von 2000 Kometen mit einem Durchmesser von einem Kilometer zerstört“, berichten Bram Acke von der Universität Löwen in Belgien und seine Kollegen. „Das gesamte Kometen-Reservoir enthält etwa die 110-fache Masse der Erde.“ Je nach Größe der Himmelskörper entspricht das einer Gesamtzahl von 260 Milliarden bis zu 83 Billionen Kometen. Die sogenannte Oortsche Wolke, die unser Sonnensystem einhüllt, enthält nach Schätzungen der Himmelsforscher eine ähnlich große Zahl von Kometen.

Mit einem Alter von wenigen hundert Millionen Jahren ist Fomalhaut ein junger Stern, bei dem das Planetensystem vermutlich noch in der Entstehungsphase ist. Der Staubring umgibt den Stern leicht asymmetrisch, vermutlich durch die Anziehungskraft eines großen Planeten. Beobachtungen im sichtbaren Licht mit dem Weltraumteleskop hatten gezeigt, dass die Staubkörnchen in dem Ring einige Hundertstel Millimeter groß sind. Die Infrarot-Beobachtungen von Acke und seinen Kollegen mit dem Herschel-Teleskop deuten jedoch auf Partikel von nur wenigen Tausendstel Millimeter Größe.

Um den Widerspruch zu lösen, gehen Acke und seine Kollegen von großen, locker gepackten Staubflocken aus, wie sie von Kometen abgegeben werden. Solche flockigen Staubpartikel streuen sichtbares Licht stärker als infrarote Strahlung. Doch die Strahlung des Sterns würde solche Flocken rasch aus dem System herausblasen – es muss also einen ständigen Nachschub geben. Und dieser Nachschub kann, so die Forscher, nur durch heftige Zusammenstöße von Kometen geliefert werden. Die aus einem Gemisch aus Eis und Gestein bestehenden Kometen müssen bei den Kollisionen sehr effektiv zu feinem Staub zermahlen werden.