Blick in das Innere des roten Planeten

Washington (USA) – Die erfolgreiche Landung des Rovers Curiosity gibt dem amerikanischen Marsprogramm Auftrieb: Die Raumfahrtbehörde NASA hat für 2016 den Start einer weiteren Sonde zum roten Planeten beschlossen. Die „InSight“ genannte Mission soll den inneren Aufbau unseres Nachbarplaneten erforschen und so neue Erkenntnisse über die Entstehung und Entwicklung der erdähnlichen, inneren Planeten des Sonnensystems liefern. Durch die Verwendung erprobter Komponenten der erfolgreichen Phoenix-Mission soll InSight risikoarm und mit maximal 425 Millionen Dollar auch vergleichsweise kostengünstig sein.

Seismometer auf dem Mars mit zwei großen runden Sonnensegeln an beiden Seiten und drei Füßen, die auf dem Boden stehen. Daneben steht ein kleines Gerät, von dem aus eine kleine Sonde ins Innere des Marsbodens gebohrt wird.
InSight auf dem Mars

„InSight“ steht nicht nur für „Einblick“, sondern ist zugleich die Abkürzung für Interior Exploration using Seismic Investigations, Geodesy and Heat Transport – auf Deutsch: Erforschung des Inneren mittels seismischer Untersuchungen, Geodäsie und Wärmeleitung. Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt liefert dabei ein in den Marsboden versenkbares Instrument zur Messung des Wärmeflusses aus dem Inneren des Planeten zur Oberfläche. Auch das Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung wird an der Mission beteiligt sein.

Das wichtigste Instrument an Bord von InSight ist ein von der französischen Raumfahrtagentur CNES beigesteuertes Seismometer. Die Analyse seismischer Erschütterungen soll den Forschern Informationen darüber liefern, wie sich Erdbebenwellen durch den Planeten ausbreiten – und so auch über seinen inneren Aufbau. Wie dick ist die Kruste des roten Planeten, wie groß und wie dicht ist sein Kern? Auf diese Fragen erhoffen sich die Wissenschaftler unter anderem Antworten.

InSight konnte sich in einem Auswahlverfahren gegen zwei andere, ebenfalls hochkarätige Missionsvorschläge durchsetzen: die Landung eines Bootes auf einem Methansee auf dem Saturnmond Titan und einen „Hüpfer“ zur Erforschung der Oberfläche eines Kometen. „Alle drei Vorschläge waren überzeugend“, so John Grunsfeld, der wissenschaftliche Leiter der NASA, “aber leider konnten wir nur einen davon auswählen.“