2007-2008 – Internationales Polarjahr

Die Polarregionen zu erkunden, ist sehr aufwändig und teuer. Darum haben sich Forscher aus 60 Nationen zusammengeschlossen und das Internationale Polare Jahr geplant - eine der größten Forschungsinitiativen der Geschichte.

Vom 1. März 2007 bis zum 1. März 2009 – also in Wirklichkeit zwei Jahre lang – werden Tausende Wissenschaftler zahlreicher Fachrichtungen in die Polarregionen aufbrechen um die Arktis und die Antarktis zu untersuchen. Sie wollen mit Bojen, Schiffen, Ballonen, Robotern, Satelliten und Flugzeugen die Folgen von Umweltveränderungen für Menschen, Tiere und Pflanzen erforschen. Viele Projekte dieses weltweit ausgerufenen Internationalen Polarjahres (engl. International Polar Year, kurz IPY) haben physikalische Aspekte und werden Physiker, Geophysiker und Meteorologen in den nächsten 24 Monaten beschäftigen.

Logo des Internationalen Polarjahres 2007-2008 mit einer Figur vor einer Weltkugel
Internationales Polarjahr

Am 1. März 2007 fanden in vielen Ländern die nationalen Eröffnungsveranstaltungen statt - so auch in Deutschland, im Langenbeck-Virchow-Haus in Berlin. Dort wurden die deutschen Beiträge zum IPY vorgestellt, dieses sind auch auf der Internet-Präsenz der deutschen IPY-Forscher zusammengetragen (siehe Link zur Homepage rechts).

International Heliophysical Year

Das IPY hat einen kleinen Bruder: das Internationale Heliophysikalische Jahr 2007 (engl. International Heliophysical Year, kurz IHY). Im Rahmen dieses Forschungsprogramms sollen die magnetischen Strukturen der Sonne und die Strömungen in unserm Heimat-Stern studiert werden, was insbesondere die Sonnenphysiker und andere Astrophysiker auf den Plan ruf.

Doch auch Geophysiker interessieren sich für die Aktivität der Sonne: Im Fokus steht hier, wie die Sonnenaktivitäten die Erde beeinflusst. Durch die Struktur des Erd-Magnetfelds können die Sonnenwinde gerade am Süd- und Nordpol die Erde erreichen, und machen so die Polarregionen zu einem interessanten Forschungslabor im internationalen Jahr der Sonnenphysik (IHY). Ein guter Grund sich mit den anderen Polar-Forschern des Internationalen Polaren Jahres (IPY) zusammenzuschliessen und Synergien auszuschöpfen.

Geschichte des Polarjahres

Das erste Internationale Polarjahr gab es vor 125 Jahren. Wissenschaftler aus elf Ländern machten sich damals auf den Weg, um die Arktis und das Südpolarmeer zu erkunden - 15 Expeditionen fanden damals insgesamt statt.

Das zweite Polarjahr 1932/1933 war von der Wirtschaftskrise jener Jahre gezeichnet. Trotz der widrigen Bedingungen gewannen Meteorologen und Geophysiker damals zahlreiche Erkenntnisse über die Atmosphäre, den Magnetismus der Erde und das Polarlicht.

Vor knapp 50 Jahren wurde das dritte Polarjahr veranstaltet. Zwölf Nationen waren daran beteiligt. Sie richteten 65 Forschungsstationen in der Antarktis ein. Auf diese Weise gelang es zum ersten Mal, das Volumen der antarktischen Gletschermassen abzuschätzen.