Nach Grundschulenglisch jetzt Kindergartenphysik

"Je früher desto besser" ist das Motto der Lernforschung. So ist das Projekt, Kinder möglichst früh Fremdsprachen lernen zu lassen, inzwischen an vielen Grundschulen in Deutschland an den Start gegangen. Doch neben Fremdsprachenkenntnissen wird naturwissenschaftliches Fachwissen auf dem Arbeitsmarkt stark nachgefragt. Hier soll nun Abhilfe geschaffen und der kindliche Enthusiasmus nun auch für Naturwissenschaften geweckt werden - sogar schon im Kindergarten.

Experimente mit elektrischer Ladung
Experimente mit elektrischer Ladung

Leipzig - Haarsträubende Experimente im Kindergarten: Am 03. Juni 2009 startete am Leipziger Johannes-Kepler-Gymnasium das Projekt „Physik im Kindergarten", in dessen Rahmen Vorschulkinder spielerisch an Naturwissenschaften herangeführt werden sollen. Das Projekts begann mit einem "haarsträubenden" Experiment: Die anwesenden Kinder aus dem Kindergarten an der Heilandskirche erlebten hautnah, wie Elektrizität einer Schülerin des Kepler-Gymnasiums buchstäblich die Haare zu Berge stehen ließ.

Das unter der gemeinsamen Schirmherrschaft von Michael Meßollen, Rektor der Hochschule für Telekommunikation Leipzig (HfTL) und Walter Christian Steinbach, Präsident der Landesdirektion Leipzig, stehende Vorhaben hat sich zum Ziel gesetzt, Mathematik und Naturwissenschaften bereits im Kindergarten gezielt zu fördern. Nach einer intensiven Planungsphase startete im September 2008 an der Leipziger Kindertagesstätte „An der Heilandskirche" ein Pilotprojekt unter Einbeziehung von Schülerinnen und Schülern des Johannes-Kepler-Gymnasiums. Die hier gewonnen positiven Erfahrungen sollen künftig auch an anderen Leipziger Kindergärten die Begeisterung für Physik, Technik und Zahlen spielerisch wecken. Anschauen, Anfassen und Verstehen steht zukünftig im Mittelpunkt der mit einfachen Mitteln durch Leipziger Schülerinnen und Schülern an Kindergärten vorgeführten Experimente und physikalischen Versuche.

Mit dem Verein „Habicht e.V." ist ein Partner gefunden wurden, welcher bereits Erfahrungen mit unterschiedlichen Angeboten im Bereich der Ganztagsbetreuung an verschiedenen Leipziger Gymnasien gewonnen hat. Nachmachen ist ausdrücklich erwünscht! So beschreibt Andreas Funke, Vereinsvorsitzender des Habicht e.V. seine Vorstellungen für die Zukunft des gemeinsamen Projektes. Dabei sieht er seine Arbeit vor allem als Initialzündung. Künftig sollen die Erzieherinnen und Erzieher gemeinsam mit den Schülern diese Versuche kontinuierlich durchführen und weiterentwickeln. „Mit unserem Engagement möchten wir als technische Hochschule einen konkreten Beitrag zur frühkindlichen Bildung leisten und das Interesse an Naturwissenschaften bereits im Kindergarten fördern", so Herr Meßollen, Rektor der Hochschule für Telekommunikation Leipzig (HfTL) zur Rolle der HfTL. Die HfTL wird dieses Projekt langfristig begleiten und neben materieller Unterstützung vor allem didaktische und inhaltliche Unterstützung geben.

„Ich begrüße außerordentlich die Initiative ‚Physik im Kindergarten',  da  sich das Projekt nach den Vorstellungen aller Beteiligten zu einer übergreifenden Plattform für frühkindliche Bildung entwickeln soll und allen interessierten Kindergärten in Leipzig offen stehen wird. Dem Verein „Habicht e.V." und seinem Vereinsvorsitzenden, Herrn Andreas Funke, danke ich ausdrücklich für das Engagement", so der Präsident der Landesdirektion, Walter Christian Steinbach.