Viele Meter hohe Radioschüsseln in einer Wüstenlandschaft

Deutschland beteiligt sich an Entwicklung von SKA

München/Bonn – Deutschland nimmt als zehntes Mitglied an der frühen Planungsphase des Square Kilometer Arrays (SKA) teil. Der deutsche Beitrag für die Organisation des Radioteleskops, das in Australien und Südafrika errichtet werden soll, ist eine Million Euro. Er wird zur Hälfte vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) sowie der Max-Planck-Gesellschaft getragen, beide stellen jeweils einen Vertreter für das  SKA-Direktorium. Die erste Bauphase des SKA soll 2016 beginnen, bei seiner Fertigstellung wird es das größte und empfindlichste Radioteleskop der Welt sein.

Weltkarte, auf der die zehn Mitglieder der SKA-Organisation, das assoziierte Mitglied Indien sowie afrikanische Partnerländer im Süden und Westen des Kontinents eingezeichnet sind.
Standorte und Partner bei SKA

„Die Erfahrung unserer deutschen Partner stellt einen erheblichen Vorteil für das SKA dar, vor allem, wo wir jetzt in die Vorbereitung der Konstruktionsphase für dieses begeisternde Projekt kommen“, sagt John Womersley, Sprecher des Direktoriums der SKA-Organisation. Im Mai 2012 hatten sich die Mitglieder der Organisation darauf geeinigt, das Teleskop in zwei Teilen in Australien und Südafrika aufzubauen. Beide Standorte bieten ein außerordentlich radioruhiges Umfeld und ermöglichen so den Nachweis von sehr schwachen Radiosignalen aus der Frühzeit des Universums.

Viele Tausende von einzelnen SKA-Empfängern werden dafür in Wüstenregionen von Australien und Afrika aufgestellt. Sie alle werden vernetzt, um eine fünfzig Mal höhere Empfindlichkeit zu erreichen als mit bisherigen Radioteleskopen. Forschungsziele sind unter anderem die Entstehung und Entwicklung der ersten Sterne und Galaxien nach dem Urknall, wie Dunkle Energie die Expansion des Universums beschleunigt sowie die Rolle von Magnetfeldern im Kosmos. Dazu wird eine Technologie zum Einsatz kommen, die bereits im europäischen Radioteleskop LOFAR (Low-Frequency Array) getestet wird, bei dem Deutschland ebenfalls beteiligt ist.

Deutschland wird im SKA-Direktorium vertreten von Beatrix Vierkorn-Rudolph, Unterabteilungsleiterin „Großgeräte und Grundlagenforschung, Sonderaufgabe ESFRI“ im BMBF, und Michael Kramer, Direktor am Max-Planck-Institut für Radioastronomie. Weitere Mitglieder der Organisation sind zurzeit Australien, Kanada, China, Italien, die Niederlande, Neuseeland, die Republik Südafrika, Schweden und Großbritannien. Als assoziiertes Mitglied ist außerdem Indien dabei. Die Zentrale der Organisation liegt bei Manchester in Großbritannien.