Erste Spiegel gegen Erderwärmung im Orbit platziert

Ganz so weit ist es noch nicht - aber am heutigen Tag der Zukunft lässt die Phantasie diese Zeitreise zu.

Tag der Zukunft 2009
Tag der Zukunft 2009

Berlin - Mit dem Tag der Zukunft möchte das Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) ganz Deutschland einen Impuls geben, sich mit der Zukunft zu beschäftigen und sie langfristig mitzugestalten. Einen ersten Schritt haben hunderte Internetnutzer getan, indem sie Zukunftsfragen beantwortet und kurze, fiktive Artikel für den 25.11.2029 geschrieben haben.

Lesen Sie hier einige der spannenden Zukunftsvisionen aus insgesamt sieben Lebensbereichen. Alle Artikel finden Sie auf der Website tag-der-zukunft2009.de

Umwelt/Klima: Erste Spiegel gegen Erderwärmung im Orbit platziert

Sidney. Die Idee existiert schon länger, jetzt wird sie umgesetzt: Mit einem gigantischen Netz aus Weltraum-Spiegeln soll die Klimaerwärmung weiter eingedämmt werden. Dabei sollen mehrere tausend speziell beschichtete Metallspiegel in einem weitflächigen Netz im Orbit der Erde platziert werden. Die Spiegel sollen Sonnenlicht reflektieren bevor es die Erde erreicht und das Klima weiter aufheizt. Das Mammut-Projekt wird von NASA und ESA in Zusammenarbeit mit der noch jungen Weltorganisation für Klimakontrolle (WOCC) realisiert. Die Kosten in Höhe mehrerer Milliarden Euro sollen aus dem Fonds der WOCC finanziert werden. Zudem sind mehrere G20-Staaten wie die USA, Deutschland, den Antillen, Togo und China mit Zuschüssen beteiligt.

Die Klimaexperten der WOCC erwarten sich von der Reflektion der Sonnenstrahlen eine Abkühlung des Gesamtklimas der Erde um bis zu 0,5 Grad. Das Netz ist jederzeit erweiterbar und könnte bei Bedarf vergrößert werden. Besonders aufwändig gestaltet sich jedoch die Wartung der Anlage. Zwar werden die Spiegel aus einer widerstandsfähigen Titan-Legierung hergestellt, doch unter den extremen Bedingungen im Weltall sind trotzdem regelmäßige Reparatur- und Wartungsarbeiten zu erwarten.

Das Projekt soll nach der Starthilfe durch die G20-Staaten weitgehend autark arbeiten. Um die Mittel für die enormen Folgekosten aufzubringen birgt das Netz nämlich einen besonderen Clou: So ist es gleichzeitig eine Speicheranlage für Sonnenenergie. Die Spiegel dienen als Sonnenkollektoren, die anfallende Energie in ganz kleinen Batterien sammeln. Sind genug Batterien aufgeladen, werden sie per Spaceshuttle abgeholt und zur Erde gebracht. Zwölf dieser Speicheranlagen sollen jeweils so viel Energie liefern wie ein kleines Atomkraftwerk. Abnehmer der sauberen Sonnenenergie sind die finanzierenden Staaten. Unklar ist jedoch wie lange die Speicheranlagen brauchen werden, um sich voll aufzuladen.

Mobilität: S26 eröffnet: Die Schlafmaske fährt mit

Auf der S26 zwischen Hamburg und München heißt es ab Ende des Monats: "Schlafmaske einpacken!" Die bisher längste verkehrsautomatisierte Schnellstraße Deutschlands feiert Eröffnung. Auf der 780 Kilometer langen Fahrtstrecke mit satellitengestütztem Verkehrsleitsystem gleiten die Fahrzeuge wie auf Schienen nebeneinander. Mit einer steten Geschwindigkeit von 125 km/h können sowohl Verbrennungsmotoren, als auch Elektrowagen mithalten, Stau gibt es keinen. "Die Strecke bietet wie schon ihre Vorgänger, die S12 Köln-Berlin und die S1 Frankfurt-Düsseldorf vollsten Komfort: Die Autonomie des eigenen Fahrzeugs mit dem Reisegenuss des öffentlichen Personenverkehrs" fasst Jörn Leunfeld, Projektleiter und Bundesverkehrsminister, zusammen.

Die Funktion der automatisierten Schnellstraße basiert auf moderner Infrarot-Technologie, gekoppelt mit einem Autoscan-Chip in jedem Wagen. An der Einstiegsstelle zur Autobahn werden die Fahrzeuge nach Ausmaß und Motorisierung gemessen, um dann in den fließenden Verkehr eingegliedert zu werden.

Ab 30. November wird die neue Strecke für den Privatverkehr geöffnet. Die Mautgebühr für die volle Strecke von Hamburg nach München beträgt 20 Euro pro Fahrzeug. Wenn man aber dann im fließenden Verkehr ist, wird man nur in den seltensten Fällen schlafen können, denn der Anblick dieses gigantischen ferngelenkten Stroms ist immer etwas Besonderes.

Technik: Der erste volldigitale Lippenstift ist da!

New York. Welcher Lippenstift passt zum Kleid, zu den Schuhen, zur Handtasche? Moderne Frauen müssen eine Vielzahl an Farben in feinsten Nuancen bereithalten, um wirklich passende Kombinationen zu finden. Genau dafür reicht jetzt ein einziger volldigitaler Lippenstift. Nahezu jede Farbe kann dargestellt werden. Dabei ist das Prinzip denkbar einfach: Mit dem eigentlichen Stift wird eine patentierte Trägermischung auf die Lippen aufgetragen. Diese transparente Schicht macht Lippen geschmeidig und enthält gleichzeitig bereits alle benötigten Nano-Farbpartikel.

Mit einem mitgelieferten Aktivierungs-Stick wird nun eine Farbe ausgewählt und einfach digital übermittelt. Die Farbpartikel sortieren sich automatisch zum gewünschten Farbton. Auf einen Klick kann so die Farbe direkt auf den Lippen angepasst, verändert und neu definiert werden. Experten sprechen bereits von der größten Erfindung im Modesektor seit dem Minirock, Designer sehen völlig neue Möglichkeiten. "Der volldigitale Lippenstift sprengt die Grenzen farblicher Spielräume, in wenigen Monaten wird er nicht mehr wegzudenken sein," sagte ein Insider. Was bei Kleidung schon ein alter Hut ist, funktioniert jetzt also auch bei Kosmetik.