Auszeichnung für Berliner Physiker

Für seine Verdienste um die deutsch-französische Forschungskooperation wurde der Experimentalphysiker Prof. Dr. Ludger Wöste von der Freien Universität Berlin mit dem französischem Nationalorden geehrt

Berlin - Der Experimentalphysiker Prof. Dr. Ludger Wöste von der Freien Universität Berlin ist für seine Verdienste um die deutsch-französische Forschungskooperation durch ein Dekret des französischen Staatspräsidenten mit dem französischen Nationalorden geehrt worden. Zur Begründung hieß es, ohne Wöstes Wirken befände sich die wissenschaftliche Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern nicht auf dem gegenwärtigen Niveau. Im vergangenen Jahr hatte der Physiker bereits den Gay-Lussac-Humboldt-Preis des französischen Ministeriums für Erziehung und Wissenschaft erhalten; im Jahr zuvor war ihm die Ehrendoktorwürde der Universität Lyon zuerteilt worden.

Ludger Wöste gelang es als einem der ersten Wissenschaftler, mit dem von ihm weiterentwickelten optischen Radarsystem - dem sogenannten LIDAR - die atmosphärischen Umweltbelastungen ganzer Städte durch Ozon, Schwefeldioxid, Stickoxide sowie Aerosole zu charakterisieren. Er analysierte die Belastung der Luft über Berlin, Leipzig, Stuttgart, Paris, Lyon, Genf, Mexiko-Stadt, Cubatao (Brasilien) sowie in der Arktis und auf dem Forschungsschiff Polarstern. Für seine Forschungen nutzt er ultrakurze Lichtblitze von nur einigen Femtosekunden Dauer - also von 0,000 000 000 000 01 Sekunden. Deren Lichtleistung ist so hoch, dass die Luft entlang des Strahls ionisiert, das heißt in seine elektrischen Bestandteile zerlegt wird. Daraus ergeben sich - besonders im Bereich der Luftfahrt - wichtige Anwendungen für den Blitzschutz.

Wöste, Jahrgang 1946, lehrt seit 1989 an der Freien Universität Berlin. Zuvor war er in Lausanne, Paris, Stanford, Bern, Bonn und Köln tätig. Er kooperiert seit 25 Jahren intensiv mit Wissenschaftlern in Lyon und Paris.